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Berlin & BrandenburgSenat legt Regeln für Bundeswehr-Besuche an Schulen fest

08.06.2026, 16:00 Uhr
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(Foto: Pia Bayer/dpa)

Wann kommen Soldaten ins Klassenzimmer? Dafür gibt es jetzt eine neue Vereinbarung mit dem Senat. Gewerkschafter warnen vor zu viel Einfluss der Truppe an Schulen.

Berlin (dpa/bb) - Jugendoffiziere der Bundeswehr sollen auch künftig an Berliner Schulen Vorträge halten können – dies hat der Senat nun erstmals förmlich mit der Truppe vereinbart. Geschaffen werde ein verbindlicher Rahmen für die schon seit Jahren übliche Zusammenarbeit, teilte die Senatsverwaltung für Bildung mit.

Jugendoffiziere sind speziell ausgebildete Soldatinnen und Soldaten, die von Schulen eingeladen werden können, um etwa über Sicherheitspolitik zu sprechen oder den Auftrag der Bundeswehr zu erläutern.

GEW: "Klassenzimmer sind keine Rekrutierungsräume"

Kritik kommt unter anderem von der Bildungsgewerkschaft GEW. Mit der Vereinbarung werde der Einfluss der Bundeswehr auf schulische Bildung "systematisch ausgebaut und institutionell verankert", sagte die Vorsitzende der GEW Berlin, Felicia Kompio. Zudem dürfen Schulen keine Orte für indirekte Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr sein. Auch die Berliner Linksfraktion sowie das Bündnis Sahra Wagenknecht äußerten Kritik.

Senatorin: Junge Menschen wollen verstehen

Die Senatsverwaltung verweist darauf, dass Lehrkräfte Schülern nicht ihre eigene Meinung aufzwingen dürfen. Vielmehr sollen sie sie in die Lage versetzen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Außerdem gelte: Was in der Gesellschaft kontrovers diskutiert wird, soll auch im Unterricht kontrovers dargestellt werden. Am Ende soll der Schüler eigenständig die politische Lage und seine eigene Position darin analysieren können, um sich in seinem Sinne am politischen Prozess beteiligen zu können.

"Junge Menschen wollen verstehen, was in der Welt um sie herum geschieht. Fragen von Frieden, Sicherheit und internationaler Verantwortung bewegen viele Schülerinnen und Schüler und werfen wichtige Fragen auf", sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Die Zusammenarbeit mit Jugendoffizieren der Bundeswehr leiste hierzu "seit vielen Jahren einen wertvollen Beitrag". Die Bundeswehr informiert nach eigenen Angaben schon seit 1958 im Rahmen der politischen Bildung über friedens- und sicherheitspolitische Themen.

Quelle: dpa

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