Berlin & BrandenburgSenat verteidigt Baumfällung am Heizkraftwerk Charlottenburg

Zehn Rosskastanien müssen für den Umbau des Heizkraftwerks Charlottenburg weichen. Die Senatsverwaltung spricht von einer "unabdingbaren" Entscheidung und verspricht Nachpflanzungen.
Berlin (dpa/bb) - Die Umweltsenatsverwaltung hat die Fällung von zehn gesunden Rosskastanien im Zuge des Umbaus des Heizkraftwerks Charlottenburg als "unabdingbar" verteidigt. "Der Umbau findet auf einem sehr beengten Baufeld in direkter Nachbarschaft zu anderen Nutzungen statt", teilte die Senatsverwaltung auf Anfrage mit. "Daher ist die Baulogistik äußerst anspruchsvoll, gerade im Hinblick auf die räumlichen Gegebenheiten."
Hinzu komme, dass nicht nur die Brücken rund um das Baufeld erneuert werden müssten, sondern auch die Uferwände entlang der Spree. Nach dem Abschluss der Arbeiten werde die doppelte Zahl an Bäumen nachgepflanzt, mit bereits älteren Bäumen, so dass ab 2030 die doppelte Menge an Bäumen vorhanden sein werde.
Die landeseigene Gesellschaft Berliner Energie und Wärme (BEW) will das Heizkraftwerk in Charlottenburg auf umweltfreundlichere Fernwärme umrüsten. Entstehen sollen unter anderem eine moderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlage sowie eine sogenannte Power-to-Heat-Anlage, die überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in Wärme umwandeln soll.
OVG: Baumfällungen sind zulässig
Für die für den Umbau nötigen Bauflächen sollen auf einem angrenzenden Gelände die Kastanien weichen. Einige wurden bereits gefällt. Das Bezirksamt-Charlottenburg hatte das untersagt. Die Senatsverwaltung reichte gegen diese Anordnung Klage ein. Vor rund einer Woche entschied das Oberverwaltungsgericht, dass die Baumfällungen zulässig seien.
"Auf unser Drängen hin hat die BEW alle Alternativen für die Baustelleneinrichtung ausführlich und wiederholt geprüft und kommt leider zu keinem anderen Ergebnis als zu dem schmerzlichen Schritt, zehn Bäume in der Grünanlage, also nicht Straßenbäume, fällen zu müssen", teilte Staatssekretär Andreas Kraus mit.
"Die letzten Wochen haben uns mit großer Deutlichkeit vor Augen geführt, wie wichtig die Klimaanpassung und insbesondere der sofortige Einsatz gegen den Klimawandel ist", betonte er. "Berlin will bis 2045 klimaneutral werden. Mit dem Ausstieg aus der Kohlenutzung ab 2030 erreichen wir einen wichtigen Meilenstein auf diesem Weg."