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Berlin & BrandenburgStrauchelnder Meister: Eisbären Berlin suchen ihre Identität

28.01.2026, 10:36 Uhr
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Der Titelverteidiger bleibt in der DEL bislang hinter den eigenen Ansprüchen zurück und bangt sogar um die Qualifikation für das Viertelfinale. Nach der Olympia-Pause muss einiges besser werden.

Augsburg (dpa/bb) - Die Eisbären Berlin haben es verpasst, mit einem versöhnlichen Erlebnis in die vierwöchige Olympia-Pause der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu gehen. Am Dienstag vergab der deutsche Meister mit der enttäuschenden 1:2-Niederlage in Augsburg eine weitere Chance, auf Tabellenplatz sechs vorzurücken, der am Ende der Hauptrunde die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale bedeutet.

Für den strauchelnden Titelverteidiger gilt es nun, sich auf alte Tugenden zu besinnen. "Wir müssen unsere Identität wiederfinden", forderte Cheftrainer Serge Aubin bei Magentasport. "Wir müssen über die vollen 60 Minuten spielen, diszipliniert sein und es dem Gegner schwermachen."

Das war den Berlinern in Augsburg wie schon oft in den vergangenen Monaten nicht gelungen. Nach einem soliden Start verloren sie ihre Linie, leisteten sich fatale Fehler und zahlreiche Zeitstrafen – und gingen am Ende als Verlierer vom Eis.

Verletzungssorgen und Leistungsschwankungen bremsen aus

Die mangelnde Konstanz zieht sich bereits durch die gesamte Hauptrunde. Ein Grund dafür ist das außergewöhnliche Verletzungspech. Topstürmer Ty Ronning und Nationalspieler Korbinian Geibel fehlten lange, Kapitän Kai Wissmann, der sich im Sommer eine Achillessehnenverletzung zugezogen hatte, gab erst vor einer Woche sein Comeback. Hinzu kamen viele weitere Ausfälle, sodass die Mannschaft seit Saisonbeginn kein einziges Spiel in Bestbesetzung bestreiten konnte.

Die prekäre Personalsituation hatte Folgen. Oft fehlte es an individueller Qualität – mit Wissmann und Ronning seien schließlich "der beste Verteidiger und der beste Angreifer der Liga" lange ausgefallen, betonte Trainer Aubin. Doch die einsatzfähigen Spieler mussten auch ständig ungewohnte Rollen übernehmen und zusätzliche Belastungen verkraften.

Besonders deutlich wurden die Engpässe im Überzahlspiel. Hatten die Berliner in der vorherigen Hauptrunde mit einer Erfolgsquote von fast 28 Prozent noch das effizienteste Powerplay der gesamten DEL, sind sie derzeit mit knapp über 15 Prozent Liga-Schlusslicht.

Vier Profis fahren zu Olympia

Doch es gibt weitere Baustellen: Einige frühere Leistungsträger erreichten bislang nicht ihre Form, zudem konnte das Team kaum einmal über die volle Spielzeit überzeugen, weil immer wieder die Konzentration nachließ.

Diese Probleme gilt es in den verbleibenden acht Hauptrundenspielen ab dem 25. Februar zu beheben. Vier Eisbären-Profis steht aber erst einmal ein Highlight bevor: Wissmann, Geibel, Jonas Müller und Frederik Tiffels werden mit dem deutschen Nationalteam an den Olympischen Spielen teilnehmen. Außerdem zählt Coach Aubin in Mailand zum deutschen Trainerstab. "Die Vorfreude ist riesengroß. Es ist immer eine Ehre, wenn man für sein Land spielen darf", sagte Wissmann bei Magentasport, der nach seiner Verletzung in der Nationalmannschaft Spielzeit für die verbleibenden Eisbärenspiele sammeln kann.

Quelle: dpa

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