Berlin & BrandenburgTödlicher Fenstersturz bei Überfall: 36-Jähriger vor Gericht

Eine 56-jährige Mutter und ihr Sohn werden in ihrer Wohnung im neunten Stock überfallen. Beide werden gefesselt, der 20-Jährige geschlagen. Laut Anklage lief die Frau in Panik zum geöffneten Fenster.
Berlin (dpa/bb) - Nach dem tödlichen Sturz einer 56-jährigen Frau aus einem Hochhaus steht ein 36-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Er soll an einem Überfall auf die zweifache Mutter und ihren 20-jährigen Sohn im Ortsteil Fennpfuhl beteiligt gewesen sein. Während der Tat sei die 56-Jährige aus dem Fenster gestürzt. Der Verteidiger sagte zu Prozessbeginn, sein Mandant wolle sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.
Die Anklage lautet auf Raub mit Todesfolge und gefährliche Körperverletzung. Der aus Georgien stammende 36-Jährige soll im Dezember 2024 gemeinsam mit drei weiteren Männern in die Wohnung der vietnamesischen Familie eingedrungen sein. Die Täter hätten eine größere Summe Bargeld erwartet. Laut Ermittlungen sollen sie vermutet haben, dass sich die Frau als Geldverleiherin im Zusammenhang mit illegalem Glücksspiel betätigte.
Sturz aus dem neunten Stock
Die Angreifer seien maskiert gewesen und brutal vorgegangen. Zunächst sei der Sohn mit Panzertape an Armen und Beinen gefesselt und geschlagen worden, so die Anklage. Als er Fragen nach Bargeld und einem Safe verneinte, hätten die Täter Schränke und Schubladen durchsucht. 60 Euro sowie wenige Schmuckstücke seien erbeutet worden.
Auch die Mutter wurde laut Anklage gefesselt und geknebelt. Der damals 20-jährige Sohn sei nach mehreren Schlägen gegen die Bettkante gefallen und habe für mehrere Minuten das Bewusstsein verloren. Mindestens mit einem Messer und einer Schusswaffe sei gedroht worden. Die Mutter sei "aus großer Furcht um ihr Leben und ihr unmittelbar bevorstehenden Gewalthandlungen" zum geöffneten Fenster geflohen und in die Tiefe gesprungen.
Sichergestellte DNA-Spuren sollen zum Angeklagten geführt haben. Der 36-Jährige wurde Ende Dezember 2025 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gegen weitere Tatverdächtige dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft an. Für den Prozess sind neun weitere Verhandlungstage bis zum 17. September terminiert.