Berlin & BrandenburgUmfrage: Mehrheit will Randbebauung des Tempelhofer Felds

Soll das Tempelhofer Feld zumindest am Rand bebaut werden? Die Frage wird in Berlin seit Jahren immer wieder diskutiert. Eine Umfrage dazu liefert neue Daten.
Berlin (dpa/bb) - Eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner befürwortet einer repräsentativen Umfrage zufolge die Randbebauung des Tempelhofer Felds. Auf die Frage "Wie stehen Sie zu einer maßvollen Bebauung am Rand des Tempelhofer Felds zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, wenn die zentrale Freifläche erhalten bliebe?" antworteten 59 Prozent "befürworte ich (eher)". Mit 25 Prozent sagten deutlich weniger: "lehne ich (eher) ab." Das teilte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin mit, die die Umfrage in Auftrag gegeben hatte.
Ein Großteil der Befragten sieht erhebliche Probleme für Menschen auf Wohnungssuche: Auf die Frage "Wie schätzen Sie die aktuelle Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt ein?" antworteten 64 Prozent mit "sehr angespannt" und 17 Prozent mit "eher angespannt" - zusammen 81 Prozent. Dagegen antworteten nur jeweils 3 Prozent mit "sehr entspannt" oder "eher entspannt".
Frühere Daten werden bestätigt
"Die Berlinerinnen und Berliner sind bei der Frage der Randbebauung des Tempelhofer Feldes weiter als Teile der Politik. Ja, es gab einen Volksentscheid. Aber seither hat sich die Welt verändert", kommentierte der Präsident der IHK Berlin, Sebastian Stietzel, die Daten. "Günstigen Wohnraum gibt es nur, wenn mehr gebaut wird."
Für die repräsentative Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Insa consulere aus Erfurt im Zeitraum vom 7. bis 14. April 1.000 Berlinerinnen und Berliner ab 16 Jahren. Die Stichprobe spiegelt den Angaben zufolge die demografische Struktur Berlins wider.
2014 hatte ein Volksentscheid ergeben, dass der ehemalige Flughafen in Tempelhof nicht bebaut werden darf. Seitdem ist über das Thema immer wieder diskutiert worden. Bereits im vergangenen Juli hatte sich bei einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag des "Tagesspiegel" eine Mehrheit von 57 Prozent der Befragten für eine Randbebauung ausgesprochen, 33 Prozent dagegen.