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Berlin & Brandenburg Unfälle inszeniert und Versicherungen betrogen: Geständnis

Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/Archivbild

(Foto: Volker Hartmann/dpa)

Berlin (dpa/bb) - Zwei Männer, die wegen Betrugs ihrer Autoversicherungen angeklagt sind, haben vor dem Berliner Landgericht gestanden. Unter dem Deckmantel eines Scheingewerbes und mit gefälschten Unterlagen hätten sie mit Banken Leasingverträge für zehn Fahrzeuge abgeschlossen, gaben die 42- und 26-Jährigen zu Prozessbeginn am Montag zu. Den Versicherungen hätten sie die Fahrzeuge als Eigentum deklariert, um Leistungen zu erschleichen. Durch inszenierte Wildunfälle oder Brände sollen sie rund 260 000 Euro von Versicherungen kassiert haben.

Die Betrugsserie begann nach den Ermittlungen Mitte 2014 mit der Anmeldung eines Scheingewerbes des 26-Jährigen als Hausverwalter und Immobilienmakler. Auch hätten die Männer in Berlin Gewerberäume angemietet, um ein erfolgreiches Unternehmen vorzutäuschen. "Alles diente dem Bestehen von Bonitätsprüfungen im Rahmen des Erwerbs von Fahrzeugen im Wege der Finanzierung durch Banken", so die Anklage.

Mit Autos der Luxusklasse wurden laut Anklage bis Juli 2015 Unfälle mit wirtschaftlichem Totalschaden verursacht. Bei Wildunfällen hätten die mutmaßlichen Betrüger erklärt, "dass man einem Reh ausgewichen, von der Fahrbahn abgekommen und so gegen einen Baum gefahren ist". In keinem Fall habe es Verletzte gegeben.

"Wir haben Versicherungssummen kassiert, die den Banken zugestanden hätten", erklärte der einschlägig vorbestrafte 42-Jährige. Der Anwalt des 26-Jährigen sagte, sein Mandant habe die Beträge in bar abgehoben und an den Mitangeklagten gegeben. Der 26-Jährige habe pro Tat bis zu 2500 Euro erhalten. Der Prozess wird am 6. Juni fortgesetzt.

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