Berlin & Brandenburg"Unsichtbare Keile": Verfassungsschutz warnt vor KI-Chatbots

Was ist echt und was nicht? Diese Frage stellt sich im digitalen Raum durch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz immer öfter. Das Innenministerium warnt.
Potsdam (dpa/bb) - Der Verfassungsschutz in Brandenburg blickt mit Sorge auf den zunehmenden Einsatz von Chatbots auf der Basis Künstlicher Intelligenz. "Im Fokus stehen pro-russische Kampagnen, die KI-Chatbots sowie synthetische Avatare einsetzen, um die öffentliche Meinung auch in Brandenburg gezielt zu manipulieren", teilte die Behörde mit Blick auf den Verfassungsschutzbericht 2025 mit, der am Freitag veröffentlicht werden soll. KI-Programme könnten "täuschend echte Texte, Bilder, Tonaufnahmen und Videos" erstellen.
"Diese KI-Kampagnen verfälschen nicht nur Fakten, sie attackieren das Fundament unserer Demokratie", sagte Innenminister Jan Redmann (CDU) laut der Mitteilung seines Ministeriums. Die größte Bedrohung sei die schleichende Verunsicherung, die dadurch entstehe, dass die Bürger nicht mehr einschätzen könnten, was echt ist. Sogenannte Deepfakes besäßen eine "massive sicherheitspolitische Dynamik".
Laut Innenministerium nehmen solche verdeckte Operationen zu. "Extremistische Netzwerke und ausländische Akteure nutzen immer ausgefallenere Methoden, um die freiheitliche demokratische Grundordnung von innen heraus zu destabilisieren", hieß es vom Ministerium. "Wir dulden keine unsichtbaren Keile in unserem gesellschaftlichen Diskurs", führte Redman aus. Es brauche "eine starke IT-Sicherheit, echte Medienkompetenz und eine enge Allianz aus Staat, Wirtschaft und wacher Zivilgesellschaft".