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Berlin & Brandenburg Unternehmerverband: Energiepreise Stresstest für Wirtschaft

Burkhardt Greiff, Präsident des Unternehmerverbandes Brandenburg-Berlin. Foto: Karoline Wolf/Unternehmerverband Brandenburg-Berlin/dpa

(Foto: Karoline Wolf/Unternehmerverband Brandenburg-Berlin/dpa)

An den Zapfsäulen wird Sprit immer teurer. Auch Rohstoffpreise ziehen an. Die Folgen für die Wirtschaft sind immens, erste Rufe nach Staatshilfen werden laut.

Potsdam (dpa/bb) - Die hohen Preise im Energiesektor könnten nach Ansicht des Unternehmerverbandes Berlin-Brandenburg zur Existenzfrage für Unternehmen werden. "Materialengpässe und steigende Energiepreise werden die ostdeutsche Wirtschaft bremsen", sagte Burkhardt Greiff, Präsident des Unternehmerverbandes Brandenburg-Berlin und Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände in Ostdeutschland und Berlin.

"Vielleicht könnte perspektivisch die Nichtabhängigkeit von ausländischen Märkten ein Vorteil für die regionalen Brandenburger Unternehmen sein", sagte Greiff weiter.

Über einen früheren Ausstieg aus der Kohleverstromung als 2038 könne man erst reden, wenn ausreichend Ersatz vorhanden sei. "Aus heutiger Sicht sieht die Versorgung mit genügend regenerativer Energie als Ersatz für Kohlestrom eher kritisch aus", betonte er. Zudem sollten die verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland noch nicht in den nächsten 18 Monaten abgeschaltet werden. "Auch hier sind längere Laufzeiten vorstellbar."

Die Kosten würden in allen von Energie abhängigen Branchen zweistellige Steigerungen verzeichnen, erklärte Greiff. Staatlich Unternehmenshilfen angesichts der Explosion der Energiepreise seien vorstellbar und gegebenenfalls auch notwendig.

Für die Wirtschaft und den privaten Endverbraucher und in erster Linie für untere Einkommensgruppen werden schwere Zeiten erwartet. "Es wird ein Stresstest für alle Beteiligten", sagte Greiff. Investitionen würden verschoben, Unternehmen etwa im Chemie -und Pharmabereich müssten die Produktion drosseln. Im Autobau könne es zu temporären Schließungen kommen.

"Im Rahmen der Kostenreduzierungen werden Arbeitsplatzabbau und Kurzarbeit nicht vermeidbar sein", sagte Greiff. Die Brüche in den Lieferketten und fehlende Rohstoffe seien neben den steigenden Energiepreisen extreme Herausforderungen für die Wirtschaft.

© dpa-infocom, dpa:211022-99-690681/2

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