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Berlin & BrandenburgVerbände kritisieren Abschussplan für Wölfe

12.08.2026, 13:32 Uhr
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Brandenburg plant zunächst, maximal zehn Wölfe pro Jagdjahr zu erlegen. Jäger und Landwirte sind nicht so richtig einverstanden.

Potsdam (dpa/bb) - Die Abschuss-Plan für Wölfe in Brandenburg löst Kritik bei Jägern und Landwirten aus. Nach dem neuen Plan des Agrarministeriums sollen zunächst höchstens zehn Tiere erlegt werden, die einen Schaden für die Weidetierhaltung angerichtet haben.

Das Forum Natur, dem unter anderem der Jagd- und der Bauernverband angehören, teilte mit: "Kritisch wird die für das Jagdjahr 2026/27 vorgesehene Begrenzung der schadensbezogenen Entnahmen auf landesweit zehn Wölfe gesehen." Warum gerade diese Zahl angesichts des Wolfsbestandes und des Schadensgeschehens angemessen sein soll, sei nicht nachvollziehbar. Eine fachliche Begründung enthalte der Arbeitsentwurf bislang nicht, so das Forum Natur.

Jagd nach Weidetier-Rissen vorgesehen

Im Entwurf für den sogenannten Managementplan zum Wolf, der der dpa vorliegt, heißt es, die oberste Jagdbehörde lege zu Beginn eines Jagdjahres die höchstens entnehmbare Anzahl an Wölfen in Interventionsgebieten fest. Voraussetzung ist, dass dort ein oder mehrere Weidetiere verletzt oder getötet wurden. Die Jagd müsse damit vereinbar sein, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfs aufrechterhalten werde.

Bauernverband: Abschuss von zehn Wölfen reicht nicht

Landesbauernpräsident Henrik Wendorff sagte der "Märkischen Allgemeinen Zeitung", perspektivisch werde es schlicht nicht ausreichen, nur über die Entnahme von zehn Wölfen im Jagdjahr zu sprechen. "Wir haben in Brandenburg Rudel mit einer hohen Reproduktionsrate von jährlich rund 30 Prozent." Eine Abschussquote für den Wolf in Brandenburg lehnt Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) aber ab.

Sie zeigte sich zuletzt zuversichtlich, den lang anhaltenden Streit um den Umgang mit dem Wolf besänftigen zu können. Klar ist aber auch, mit den Regelungen zur Jagd auf Wölfe betreten etliche Bundesländer Neuland. Als eine Voraussetzung wurde zuvor der strenge Schutzstatus des Wolfes gesenkt.

Nachbesserungen gefordert

Das Forum Natur sieht im Wolfs-Plan des Ministeriums zwar Fortschritte. Der Präsident des Landesjagdverbandes, Dirk-Henner Wellershoff, sagte auch: "An einigen entscheidenden Stellen bleibt er aber noch auf halbem Weg stehen."

Der Plan sieht bislang vor, dass ein Wolf, der auf einer mit Herdenschutzmaßnahmen gesicherten Weide ein oder mehrere Tiere verletzt oder tötet, im Umkreis von einem Kilometer gejagt werden darf. Das gilt für eine Zeit von acht Wochen. Im Einzelfall kann demnach auch ein anderer Umkreis festgelegt werden.

Das Forum Natur hält diese Regelung nicht für ausreichend: Es sollte grundsätzlich ein Radius von bis zu zwanzig Kilometern um den Schadensort gelten, hieß es.

Was sieht der künftige Umgang mit dem Wolf noch vor?

Wenn es nicht gelingt, Weidetier-Risse auf ein niedriges Niveau zu halten, soll eine Jagd auch ausgeweitet werden können. Das beträfe dann nicht nur eine Tötung einzelner Wölfe nach konkreten Weidetier-Rissen. Hier verweist das Land aber noch auf nötige Vorgaben des Bundes.

Quelle: dpa

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