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Berlin & BrandenburgVerdi erhöht Druck: BVG-Betrieb steht ganztägig still

02.02.2026, 02:01 Uhr
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(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Verdi erhöht in der laufenden Tarifrunde bei den Verkehrsunternehmen bundesweit den Druck: Auch in Berlin und Brandenburg kommt es am Montag zu ganztägigen Warnstreiks.

Berlin (dpa/bb) - Fahrgäste müssen sich am Montag erneut auf erhebliche Einschränkungen im Berliner und Brandenburger Nahverkehr einstellen. Wegen eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) kommt nahezu der gesamte Fahrbetrieb ganztägig zum Erliegen. Auch in Brandenburg hat Verdi zum Ausstand aufgerufen. Betroffen ist praktisch das ganze Land. Dazu kommt in Brandenburg noch ein weiterer Warnstreik mit Auswirkungen auf Regionalzüge im Nordwesten.

S-Bahn ist nicht betroffen

Die S-Bahn ist in beiden Ländern nicht eingeschränkt, auch der Regionalverkehr in Berlin nicht. Sie werden von anderen Unternehmen, etwa der Deutschen Bahn, betrieben und sind damit nicht am Tarifstreit beteiligt. Die Bahn kündigte an, das Angebot dort nach Möglichkeit auszuweiten und längere Züge einzusetzen.

Der Regionalverkehr in Brandenburg wird im Nordwesten aber wegen eines weiteren Warnstreiks voraussichtlich eingeschränkt sein. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG kündigte die Aktion für die Zeit von 7.00 Uhr bis 9.30 Uhr im Tarifstreit mit dem Betreiber Regio Infra Nord-Ost an. Der Prignitz-Express (RE 6) der Deutschen Bahn sowie die Regionalbahnen 73 und 74 und die RB 54 in den Kreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin könnten davon betroffen sein.

Pendeln bei Eis und Schnee

Für Berliner und Brandenburger wird der Weg zur Arbeit gleichwohl zur Herausforderung. Angesichts andauernder Minus-Temperaturen und glatter Geh- und Radwege ist äußerste Vorsicht geboten. Schon in der vergangenen Woche war es in Berlin zu erheblichen Einschränkungen im Straßenbahnverkehr gekommen.

Grund dafür waren eingefrorene Oberleitungen infolge von Eisregen. Tag und Nacht waren Arbeiter für die BVG damit beschäftigt, die Leitungen freizubekommen. Inzwischen sind die Probleme der BVG zufolge behoben.

Straßenbahnen im Einsatz - aber ohne Fahrgäste

Trotz des Warnstreiks sind am Montag in Berlin Straßenbahnen im Einsatz, die verhindern sollen, dass die Oberleitungen erneut zufrieren. Fahrgäste dürfen sie aber nicht transportieren. Darauf haben sich Verdi und die BVG noch am Freitag in einer Streikvereinbarung verständigt. Die BVG hat nach der Einigung auf rechtliche Schritte gegen Verdi verzichtet, die bis dahin vor dem Hintergrund dieser besonderen Problematik im Raum standen.

Verdi verhandelt derzeit in allen Ländern parallel mit den Verkehrsunternehmen über neue Tarife. In Brandenburg geht es dabei auch um mehr Geld. In Berlin wiederum wird der Manteltarifvertrag neu verhandelt, der die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten regelt. In bisher zwei Gesprächsrunden kam aber keine Annäherung zustande.

Verdi fordert für die BVG-Beschäftigten unter anderem eine Begrenzung der Schichtlänge auf zwölf Stunden, mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. Auch eine längere Wendezeit zwischen den einzelnen Fahrten strebt die Gewerkschaft an.

Verdi wirft BVG Blockadehaltung vor

Die BVG reagierte am Freitag mit Unverständnis auf den Arbeitskampf. Der Arbeitgeber betonte, das Unternehmen biete schon jetzt gute Arbeitsbedingungen und gehöre zu den attraktivsten Arbeitgebern der Branche. Ziel sei es, mehr Flexibilisierung bei den bestehenden Arbeitszeitmodellen auszuhandeln und individuelle Wahlmöglichkeiten zu schaffen.

Die Gewerkschaft wirft der Arbeitgeberseite in den laufenden Verhandlungen eine Blockadehaltung vor. "Der BVG-Vorstand verweigert jede ernsthafte Auseinandersetzung mit der Realität der Beschäftigten", teilte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt mit. "Dabei sind gute Arbeitsbedingungen, unter denen die Kolleg*innen ihren Beruf auch langfristig ausüben können, zentral, um Beschäftigte im Unternehmen zu halten." Auch in anderen Bundesländern soll es zu Arbeitskämpfen kommen.

Quelle: dpa

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