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Berlin & BrandenburgVerfassungsschutz: Extremisten mit Zuwachs bei Jugend

02.06.2026, 13:33 Uhr
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(Foto: Andreas Rabenstein/dpa)

Immer mehr Jugendliche werden von extremistischen Gruppen gezielt über die beliebten Kanäle im Internet angesprochen. Die Propaganda zeigt durchaus Wirkung.

Berlin (dpa/bb) - Linksextremisten, Rechtsextremisten und auch die islamistische Szene verzeichnen nach Einschätzung des Verfassungsschutzes in Berlin weiterhin Zulauf. Das verfassungsfeindliche Personenpotenzial sei in allen Bereichen des Extremismus gestiegen, schreibt der Berliner Verfassungsschutz in seinem aktuellen Jahresbericht für 2025.

Immer stärker nehmen vor allem Rechtsextremisten und Islamisten Jugendliche und junge Erwachsene ins Visier ihrer Propaganda, die vor allem über die bekannten Internetportale der sogenannten sozialen Medien verbreitet wird. Ziel sei es, sie zu radikalisieren und in immer jüngerem Alter an verfassungsfeindliche und menschenverachtende Positionen heranzuführen, stellte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) fest. Die Entwicklung sei "besorgniserregend".

Rechtsextremismus mit neuer "Jugendkultur"

Bei den Rechtsextremisten sieht der Verfassungsschutz das Entstehen einer "neuen Jugendkultur". Zum ersten Mal wird sie mit der Bezeichnung "Gewaltorientierte rechtsextremistische Netzkulturen" im Jahresbericht aufgeführt. "Vor allem die Aktivitäten dieser Szene, die die Wahrnehmung des Rechtsextremismus in Berlin im vergangenen Jahr wesentlich geprägt haben, sind dafür verantwortlich, dass die rechtsextremistische Szene spürbar aggressiver auftrat."

Als weitere relevante Gruppen nannte der Verfassungsschutz besonders die Partei "Der III. Weg" und ihre Jugendorganisation "Nationalrevolutionäre Jugend" (NRJ), die Partei "Die Heimat" (früher NPD) und die verfassungsschutzrelevante sogenannte Neue Rechte. Insgesamt sei das rechtsextremistische Personenpotenzial in Berlin auf 1.480 Menschen gestiegen (2024: 1.450).

Mehr Anschläge durch Linksextremisten

Im Bereich des Linksextremismus erkennt der Verfassungsschutz eine zunehmende Gewaltbereitschaft beim Thema Umweltpolitik. Unabhängig agierende Kleingruppen würden Gewalt propagieren und diese auch ausüben. Ziele seien staatliche Einrichtungen, Unternehmen und Einrichtungen der kritischen Infrastruktur.

2025 habe es mehrere Brandanschläge dieser Art von verschiedenen Gruppen gegeben. Die größten Auswirkungen hatte der Anschlag am 9. September 2025 gegen den Technologie-Standort Adlershof im Osten Berlins mit einem tagelangen Stromausfall für Zehntausende Menschen. Der Anschlag auf die Stromversorgung im Januar 2026 spielt im Bericht für das vergangene Jahr keine Rolle, zeigt aber trotzdem die Entwicklung weiter auf.

Radikalisierung durch "Öko-Anarchismus"

"Die diesen Straftaten zugrunde liegende Ideologie des "Öko-Anarchismus" hat spürbar zur Radikalisierung des gewaltorientierten Teils der linksextremistischen Szene in Berlin beigetragen", so das Fazit. Der Verfassungsschutz sieht ein Personenpotenzial von 3.950 Personen im Linksextremismus (2024: 3.800). Gestiegen sei auch die Zahl der Mitglieder von gewaltorientierten autonomen und postautonomen Gruppen.

Massive Internetpropaganda islamistischer Terrororganisationen

Gewachsen ist auch die Zahl der Islamisten in Berlin. Gezählt werden etwa 2.590 Personen (2024: 2.440) in der islamistischen Szene in Berlin. Internationale Terrororganisationen und salafistischer Prediger hätten ihre Aktivitäten besonders im Internet verstärkt und professionalisiert. Salafistische Inhalte würden sich schneller und direkter verbreiten. "Diese Propaganda erreicht über soziale Medien vor allem immer mehr junge Menschen und hat sich zu einem zentralen Radikalisierungstreiber entwickelt."

Schließlich listet der Verfassungsschutz noch die extremistische israelfeindliche Szene als Akteur auf. Sie verbreite weiterhin israelfeindliche Propaganda und sei erneut für eine Vielzahl von Veranstaltungen verantwortlich, auf denen das Existenzrecht Israels geleugnet und der Terror der islamistischen Hamas gefeiert worden sei. Genannt wurden Gruppen wie das "Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee", "BDS Berlin" und "Young Struggle". Etwa 600 Mitglieder werden der Szene zugerechnet.

Quelle: dpa

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