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Berlin & BrandenburgVier Ost-Berliner Kirchenbauten neu unter Denkmalschutz

20.04.2026, 15:51 Uhr
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(Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)

Vier kirchliche Bauten aus der DDR-Zeit sind in die Denkmalliste des Landes Berlins aufgenommen worden. Was sie historisch besonders macht.

Berlin (dpa/bb) - Neu unter Denkmalschutz: Das Landesdenkmalamt hat drei sogenannte Limex-Kirchen und ein Gemeindezentrum in die Berliner Denkmalliste aufgenommen. Die vier Gebäude entstanden in den 1980er Jahren im Rahmen von Sonderbauprogrammen in Ost-Berlin, wie die Behörde mitteilte.

Bei den neu eingetragenen Denkmalen handelt es sich um die katholischen Kirchen Von der Verklärung des Herrn (Marzahn), Maria, Königin des Friedens (Biesdorf) und Heilig Kreuz (Hohenschönhausen) sowie das evangelische Gemeindezentrum Am Fennpfuhl (Bezirk Lichtenberg).

Die Kirchenbauten gehen demnach auf ein komplexes Finanzierungssystem zurück, das im Rahmen mehrerer Sonderbauprogramme den DDR-Staat mit Devisen aus dem Westen versorgte. Eine wichtige Rolle habe dabei das staatliche Außenhandelsunternehmen "Limex Bau-Export-Import" gespielt. "Limex fungierte als eine Art „Wechselstube“ für den Transfer von Devisen aus dem Westen in die DDR", hieß es in der Mitteilung. Zur Realisierung dieser Bauvorhaben trugen demnach auf westdeutscher Seite insbesondere das Bonifatiuswerk und die Diakonie bei.

Laut Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes, Christoph Rauhut, stehen die Berliner Limex-Kirchen exemplarisch für ein vielschichtiges Kapitel deutsch-deutscher Geschichte. "Im Rahmen der Sonderbauprogramme entstanden architektonisch und liturgisch anspruchsvolle Kirchenanlagen, die durch ihre gestalterische Qualität und räumliche Präsenz das Stadtbild prägen und bewusste Gegenakzente zu den oftmals seriellen Strukturen der umliegenden Großsiedlungen setzen", sagte Rauhut laut Mitteilung.

Quelle: dpa

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