Berlin & BrandenburgWaldbrandgefahr in Brandenburg: Kurze Entspannungsphase

Immer wieder Feuer-Alarm in Brandenburgs Wäldern - vor allem in Jüterbog sind die Einsatzkräfte in dieser Saison stark gefordert. Das Wetter soll eine kleine Verschnaufpause bringen.
Potsdam (dpa/bb) - Die Waldbrandgefahr in Brandenburg wird sich aus Expertensicht zu Beginn der kommenden Woche wieder verschärfen. Es werde zuvor nur eine kurze Verschnaufpause geben, sagte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte, Philipp Haase.
In diesem Jahr gab es bis Ende Juli nach Angaben des Waldbrand-Experten Haase bereits 241 Brände. Betroffen ist eine Fläche von insgesamt 539 Hektar.
Brandenburg gilt wegen ausgedehnter Kiefernwälder, geringer Niederschlagsmengen und leichter Sandböden bundesweit als ein Waldbrand-"Hotspot". Ein extremes Jahr war 2022 mit 523 Bränden und einer betroffenen Fläche von 1.426 Hektar.
Für einen Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog gibt die Feuerwehr noch keine endgültige Entwarnung. "Das Feuer ist noch nicht aus", sagte Stadtbrandmeister Rico Walentin. "Es brennt noch zwischen den Brandschutzstreifen." Wegen der Belastung mit Munition im Boden können die Feuerwehrkräfte in bestimmte Bereiche nicht vordringen.
Dort waren am Donnerstag hohe Flammen zu sehen. An dem Tag war es glutheiß. Die Stadt zeigte bei Instagram auch, wie der schwarze Rauch aufstieg. In der Nacht konnte der Brand weitgehend eingedämmt werden.
Das Ausmaß des Waldbrandes in Jüterbog im Südwesten Brandenburgs umfasste bislang eine Fläche von rund 308 Hektar, wie Haase sagte. Dort sei auch Spezialtechnik im Einsatz - unter anderem ein gepanzerter Löschroboter.
In diesem Jahr kam es vor allem auf dem dortigen ehemaligen Militärgelände bereits zu mehreren Bränden. In dem Gebiet gibt es spezielle Schutzschneisen ohne viel Vegetation, die eine Ausweitung der Feuer eindämmen sollen. Im Mai etwa waren bei Jüterbog nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel um die 150 Hektar betroffen.
Anspannung in Neuruppin am Abend
Auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin mussten die Feuerwehren mehrmals wegen Feldbränden ausrücken. In einem südlichen Stadtteil von Neuruppin wurden am Donnerstag kurzzeitig mehrere Häuser evakuiert.
Der Waldbrandschutz-Experte Haase erklärte, wegen eines Wetterwechsels und starken Windes hätten sich die Brände am Donnerstag rasch ausbreiten können. Am Abend gab es dann aber Entwarnung in Neuruppin. Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt (SPD), sagte der dpa, das Feuer sei rund 20 Meter entfernt von einem Wohngebiet gestoppt worden.
Waldbrandgefahr steigt zum Wochenbeginn wieder
Zum Start in die neue Woche soll die Waldbrandgefahr wieder hoch gehen. Haase erwartet für Brandenburg, dass die mittleren Stufen 3 und 4 erreicht werden. Es gibt insgesamt fünf Waldbandgefahrenstufen, die täglich berechnet werden.
Derweil wüten verheerende Feuer in Südeuropa. An der französischen Atlantikküste war eine Brandfläche von 42.000 Hektar betroffen. Um die 224.000 Menschen mussten evakuiert werden.