Hamburg & Schleswig-HolsteinAgrarminister: Konsequenzen nach Tod von Schweinen prüfen

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Agrarminister Werner Schwarz (CDU) will Konsequenzen aus dem Fall von rund 700 verendeten Schweinen auf einem Hof in Großharrie (Kreis Plön) prüfen lassen. Es sei "unvorstellbar, was diese Tiere zu erleiden hatten", sagt der Minister den "Kieler Nachrichten" (Samstag). Ein Landwirt soll die Tiere Anfang 2020 qualvoll verenden lassen haben. Die Überreste der Schweine waren erst kürzlich entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt. "So etwas darf nicht passieren", sagte der Minister.
Nun müssten die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abgewartet werden. Es müsse alles daran gesetzt werden, derartige Fälle bereits vor der Entstehung zu verhindern. Wer sich in einer Notlage befinde, brauche dringend einen neutralen Ansprechpartner. "An dieser Stelle setzt das Amt der ehrenamtlichen Vertrauensperson Tierschutz in der Nutztierhaltung des Landwirtschaftsministeriums an", sagte Schwarz. Zudem gebe es ein großes Netzwerk verschiedener Verbände und Institutionen aus dem landwirtschaftlichen Bereich, die in besonderen Notlagen kontaktiert werden können.
Inzwischen hat der Kreis Plön nach einem Bericht des "Flensburger Tageblatts" (Samstag) ein Zwangsgeld gegen den Landwirt erlassen, weil die Kadaver entgegen einer Anordnung nicht fachgerecht entsorgt worden seien. Außerdem solle ein dauerhaftes Haltungs- und Betreuungsverbot von Tieren gegen den Bauern erwirkt werden, sagte eine Sprecherin des Kreises der Zeitung. Dem Bericht zufolge war der Betrieb im Jahr 2008 ohne Beanstandungen kontrolliert worden. Bei späteren Kontrollversuchen habe der Bauer glaubhaft versichert, die Schweinehaltung aufgegeben zu haben.