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Hamburg & Schleswig-Holstein BUND legt radikalen Klimakrisenplan für Hamburg vor

Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND in Hamburg. Foto: Sebastian Willnow/zb/dpa

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Hamburg (dpa/lno) - Mit einer weitgehend autofreien Stadt, deutlich verteuerten Kurzstreckenflügen, einem Stopp beim Straßen- und weniger Wohnungsneubau soll Hamburg nach Ansicht des BUND bis 2035 zur klimaneutralen Stadt werden. Das sieht ein Klimakrisenplan vor, den die Umweltorganisation am Donnerstag vorgelegt hat. "Wir können nicht auf Berlin warten und fordern ein schnelles und radikales Umdenken im Rathaus", sagte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. Anders seien die Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung nicht zu erreichen.

Bis 2035 müsse die gesamte Stadt autoarm und als Tempo-30-Zone organisiert werden. Bis 2025 sollen zunächst innerhalb des Rings 1 nur noch Anwohner, Lieferverkehr, Handwerker und Taxen fahren dürfen. "Öffentlicher Parkraum für private Fahrzeuge muss weitgehend abgeschafft werden", heißt es in dem Plan. Bei Erfolg sollen die Regelungen bis 2030 auf den Ring 2 und schließlich auf die ganze Stadt ausgeweitet werden. Neue Straßen würden daher nicht mehr benötigt.

Zugleich solle der Fahrrad- und öffentliche Nahverkehr massiv ausgebaut werden. Der BUND fordert dazu unter anderem ein 365-Euro-Jahresticket für den HVV und eine Stadtbahn. Für Flugzeuge, die nicht vollständig klimaneutral fliegen, müsse ab 2035 in Hamburg Start- und Landeverbot gelten. Die von der Stadt angestrebte Zielmarke von 10 000 neuen Wohnungen pro Jahr müsse aufgegeben und stattdessen weniger, dafür aber energieeffizienter und ressourcenschonender gebaut werden.

Braasch forderte den Senat auf, einen "wirklich ambitionierten Klimaplan sowie ein durchschlagendes Klimaschutzgesetz vorzulegen". Zudem müsse die Stadt den Klimanotstand erklären. "Der Klimanotstand ist real. Unser Klimakrisenplan macht konkrete Vorschläge vor allem im Energie- und Verkehrsbereich, die auf der Landesebene umsetzbar sind."

BUND-Klimakrisenplan

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