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Hamburg & Schleswig-HolsteinBauarbeiten der Bahn schränken Zugverkehr im Norden ein

10.06.2026, 15:41 Uhr
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Rund fünf Wochen lang kommt es während der Sommerferien zu Einschränkungen im Bahnverkehr. Kiel sorgt sich um die Kreuzfahrttouristen - und fordert zusätzliche Züge und Busse.

Hamburg/Kiel (dpa/lno) - Bahnkunden in Hamburg und Schleswig-Holstein müssen sich während der Sommerferien auf Einschränkungen einstellen. Die Deutsche Bahn (DB) hat Bauarbeiten in und um Hamburg angekündigt, um Brücken und Stellwerke zu erneuern. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) sorgt sich um Kreuzfahrturlauber und fordert einen "Kreuzfahrt-Express" zwischen Hamburg und Kiel.

Zugbetrieb soll zuverlässiger werden

Michael Körber von der Bahn-Infrastrukturgesellschaft InfraGo sagte: "Wir modernisieren die Infrastruktur nicht nacheinander, sondern bewusst in einem Paket." Die Fahrgäste profitierten von den Investitionen langfristig, weil der Zugbetrieb zuverlässiger werde, teilte Körber laut Mitteilung mit.

Die Arbeiten am Bahnknoten Hamburg sollen am 14. Juli beginnen und am 20. August enden. Dass die Bahn ihre Infrastruktur umbaut, hängt auch mit dem neuen Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Altona zusammen. Diesen will die Bahn bis Ende 2029 nördlich des bestehenden Bahnhofs in Betrieb nehmen.

Ausfälle und Streckenänderungen

Während der Bauarbeiten schränkt die Bahn das Angebot ein. Auch die Nordbahn ist betroffen. Die Verkehrsunternehmen haben angekündigt, Ersatzverkehr bereitzustellen.

An den Hamburger Bahnhöfen Dammtor und Altona verkehren während der Ferien zeitweise keine Fernverkehrszüge. Am Hamburger Hauptbahnhof entfallen Fahrten - unter anderem Richtung Berlin und Süddeutschland. Zudem können einzelne Züge den Hauptbahnhof nicht anfahren und müssen über Pinneberg, Bergedorf und Harburg verkehren. Zwischen den Haltestellen Sternschanze und Altona sind zeitweise keine S-Bahnen unterwegs.

In Schleswig-Holstein sind besonders die Bahnhöfe Kiel und Neumünster betroffen. Halte im Fernverkehr entfallen zudem an den Bahnhöfen Itzehoe, Heide, Husum, Niebüll und Westerland. Regionalzüge zwischen Hamburg und Kiel sowie Hamburg und Westerland müssen in Pinneberg wenden. Auch die Nordbahn ist von den Bauarbeiten betroffen, etwa kommt es zu Einschränkungen der Fahrten Hamburg-Itzehoe und Hamburg-Wrist.

"Kreuzfahrt-Express" gefordert

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Madsen zeigt zwar Verständnis für die Pläne der Bahn, wie er sagte. Aber er sorgt sich den Äußerungen nach um die Kreuzfahrturlauber. Madsen sagte der Deutschen Presse-Agentur, es müsse sichergestellt werden, "dass die Kreuzfahrtreisenden von und nach Kiel gelangen können". Kiel ist ein Kreuzfahrthafen und Urlauber aus dem Süden reisen über Hamburg nach Kiel.

Das Verkehrsministerium fordert einen "Kreuzfahrt-Express" zwischen Hamburg und Kiel. Außer Zügen sollten Direktbusse zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und dem Kieler Kreuzfahrtterminal eingesetzt werden.

Die DB teilte mit, dass während der Bauarbeiten am Tag zwei ICE nach Kiel fahren und die Stadt wieder verlassen sollen. "Damit ist eine Grundanbindung – auch für Kreuzfahrtreisende – sichergestellt", sagte ein Bahnsprecher. Zusätzlich strebe die Bahn an Spitzenreisetagen an, Busse zwischen dem zentralen Hamburger Omnibusbahnhof und dem Kieler Terminal anzubieten.

Bürgerinitiative spricht von "Bahnchaos"

Die Hamburger Bürgerinitiative Prellbock Altona, die sich für den Erhalt des bisherigen Bahnhofs Altona einsetzt, kritisierte das Bauvorhaben. Hamburg und Schleswig-Holstein drohten in einem "Bahnchaos" zu versinken, heißt es in einer Mitteilung. Der Bahnhof Pinneberg, an dem Fahrgäste umsteigen müssten, sei nicht für viele Fahrgäste geeignet.

Quelle: dpa

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