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Hamburg & Schleswig-HolsteinEin Viertel aller Fundsachen findet zurück zum Eigentümer

08.03.2020, 08:40 Uhr

Tag für Tag kommen Dutzende Fundsachen bei der Zentralen Annahmestelle in Hamburg an. Darunter sind vor allem Schlüssel, Portemonnaies und Handys. Aber auch weniger Erwartbares geht regelmäßig verloren.

Hamburg (dpa/lno) - Mützen, Schals, Regenschirme, Geldbörsen, Schlüssel - jeden Tag verlieren Menschen in Hamburg etwas. Ob in Bus und Bahn, im Supermarkt oder auf der Straße - rein rechnerisch landen täglich 127 Gegenstände beim Zentralen Fundbüro der Stadt. "Im vergangenen Jahr haben wir 46 500 Fundsachen registriert", sagte Auktionator und Hauptsachbearbeiter in der Fundannahme, Ralf Heitmann, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Am häufigsten verlieren die Menschen in der Hansestadt übrigens ihre Papiere (12 400 Fundsachen), ihre Schlüssel (5427) und ihre Handys (3737). Eher selten, aber dennoch recht regelmäßig werden erstaunlicherweise auch Gebisse gefunden. "Da haben wir auch ganz viele hier. Pro Jahr werden etwa 10 bis 15 Stück abgegeben."

Die Fundsachen werden täglich und körbeweise von der Polizei und der Hochbahn im Fundbüro abgegeben. Dort werden sie katalogisiert und online gestellt - in der Hoffnung, dass sich der Eigentümer wieder meldet.

2019 konnten 8750 Sachen wieder zurück an die Eigentümer vermittelt werden. "Das ist eine Quote von 22,6 Prozent", so Heitmann weiter. Und der Leiter des Zentralen Fundbüros ergänzt: "Unser öffentlicher Auftrag ist es, dass so viele Fundsachen wie nur möglich den Weg zu ihrem Eigentümer wiederfinden." Um den Bekanntheitsgrad des Fundbüros zu steigern, engagierten sich die Mitarbeiter seit März 2019 auch in den sozialen Medien.

"Wir freuen uns über jeden weiteren Follower auf unserem Twitter-Kanal", so Jander weiter. Erst kürzlich sei auf diesem Weg der Fund einer Taucherausrüstung publik gemacht worden.

Sieben Monate bewahren Heitmann und seine Kollegen die Fundsachen auf. Dann werden sie entweder weggeworfen oder versteigert. "Wir haben ja einen Auftrag der Finanzbehörde gegenüber." Die Kosten decken die Einnahmen aus den regelmäßigen Versteigerungen nicht. 2019 hat Heitmann als Auktionator 185 000 Euro "wieder reingeholt". Im Jahr zuvor waren es 194 000 Euro.

Das meiste Geld bringen dabei Smartphones, Schmuck und Fahrräder. "Zuletzt habe ich eine 81 Gramm schwere Goldkette für 1900 Euro versteigert." Auch eine seltene Münze, ein Krüger Goldrand, brachte 1100 Euro ein. "Da frage ich mich schon manchmal: Wer verliert sowas?". 2019 brauchte die Versteigerung von Fundrädern 98 000 Euro ein.

Außergewöhnliche Fundgegenstände - abgesehen von einem Fahrrad-Heimtrainer in der S-Bahn - habe es 2019 nicht gegeben. "Ich bin seit mehr als 20 Jahren im Fundbüro. Da kennt man fast alles." An eine Besonderheit erinnert sich Auktionator Heitmann noch besonders gut: "Ich hatte mal eine Badewanne aus der Herbertstraße hier."

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