Hamburg & Schleswig-HolsteinFrau wegen Hitlergruß zu Geldstrafe verurteilt

Wegen der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen wird eine Frau in Hamburg zu einer Geldstrafe verurteilt. Sie habe sich nichts dabei gedacht. Nun muss sie die Konsequenzen ihrer Tat tragen.
Hamburg (dpa/lno) - Eine 40-jährige Frau hat vor den Toren einer Hamburger Grundschule den Hitlergruß gezeigt und "Heil Hitler!" gerufen: Dafür ist sie nun zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt worden. Außerdem simulierte die Frau am selben Tag im Februar vergangenen Jahres einen Hitlerbart und rief "Ausländer raus!", wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Das Amtsgericht Bergedorf verurteilte die Frau wegen der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen zu 60 Tagessätzen à 15 Euro.Die Angeklagte, die an dem Tag ihre Tochter von der Schule abholte, räumte ein, "Heil Hitler!" in Richtung einer Bekannten gerufen zu haben, die anderen Vorwürfe bestritt sie vor Gericht. Sie habe sich nichts dabei gedacht, es sei einfach aus ihr herausgekommen, sagte sie. Sie habe nicht gewusst, dass die Zeichen und Worte strafbar seien. Die Tat tue ihr leid, das sei doof gewesen.
Richterin: "Mit diesen Sachen scherzt man nicht."
Zwei Frauen, die an dem Tag ebenfalls vor den Toren der Schule standen, um ihre Kinder abzuholen, beobachteten den Vorfall und sagten vor Gericht als Zeuginnen aus. Als die beiden daraufhin das Gespräch mit der Bekannten der Angeklagten suchten, habe diese behauptet, dass es ein Scherz gewesen sei. Mit diesen Sachen scherze man aber nicht, sagte die Richterin Jessica Oeser. Eine der Zeuginnen erstattete nach dem Vorfall vor der Schule Anzeige gegen die 40-Jährige.