Hamburg & Schleswig-HolsteinGefängnisse setzen auf Scanner gegen Drogen auf Papier

Synthetische Drogen kommen immer häufiger per Brief ins Gefängnis. So soll die Post der Gefangenen in Schleswig-Holstein künftig mit einem speziellen Gerät getestet werden.
Kiel (dpa/lno) - Um den Schmuggel von synthetischen Drogen auf Papier in Gefängnissen zu verhindern, sollen künftig Gefangenenbriefe gestanzt werden. Wie das Justizministerium in Kiel mitteilte, sollen Gefangene in Verdachtsfällen künftig nur Kopien ihrer Post erhalten. Die dafür nötigen gesetzlichen Grundlagen seien bereits geschaffen. Zuerst berichtete das "Flensburger Tageblatt".
Nach dem Entnehmen der kleinen Papierstücke testet ein sogenannter Ionen-Mobilitäts-Spektrometer diese. Solche Ionenscanner besaßen bisher nur die Justizvollzugsanstalten Kiel und Lübeck, hieß es. Seit 2025 steht auch der JVA Neumünster ein Gerät zur Verfügung. Kleine Anstalten müssten verdächtige Funde an die nächstgelegene Einrichtung mit einem solchen Gerät schicken.
"Damit passen wir den Justizvollzug aktuellen Entwicklungen an", erklärte Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU). "Das zunehmende Einbringen neuer Drogenarten erfordert auch verstärkte technische Maßnahmen zu ihrer Auffindung."
Bis 2022/23 traten synthetische Drogen in Justizvollzugsanstalten nur vereinzelt auf. Seit 2024 häufen sich die Fälle, weshalb laut dem Ministerium der Kauf eines dritten Geräts angeordnet wurde.