Hamburg & Schleswig-HolsteinHöhenkletterer baumeln am Hamburger Fernsehturm

Dieses Spektakel sieht man selten: Professionelle Kletterer haben sich am Hamburger Fernsehturm abgeseilt und verschiedene Arbeiten verrichtetet. Was genau haben sie da gemacht? Und warum?
Hamburg (dpa/lno) - Spektakulärer Einsatz am Hamburger Fernsehturm: Mitarbeiter einer Spezialfirma haben sich am Vormittag in schwindelerregender Höhe vom sogenannten Tele-Michel abgeseilt, um den Zustand des Bauwerks zu überprüfen, wie ein Sprecher der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG), der Eigentümerin des Hamburger Wahrzeichens, sagte.
Bei bestem Wetter arbeiteten die Industriekletterer direkt an der Außenfassade des rund 280 Meter hohen Turms. Gesichert an Seilen ließen sie sich Stück für Stück an der Konstruktion hinab und nahmen dabei verschiedene Bereiche des Bauwerks genau unter die Lupe. Solche Arbeiten sind Teil regelmäßiger Wartungs- und Kontrollmaßnahmen, mit denen mögliche Schäden frühzeitig erkannt werden sollen.
Aussichtskanzel und Aufzugsschächte werden auch geprüft
Die Arbeiten hatten bereits am Montag begonnen - "mit einer visuellen Prüfung des äußeren und inneren Schaftes sowie der Dokumentation möglicher Auffälligkeiten". Eine erste Bestandsanalyse wurde mithilfe einer Drohne gemacht. Bis zum 16. März sollen nun zudem die Aussichtskanzel innen und außen, die Aufzugschächte sowie der Fundamentkegel geprüft. Neben den Fassadenkletterern werde im Rahmen der Zustandsanalyse auch ein Kran eingesetzt. "Sein Einsatz ist derzeit für die Woche ab dem 9. März vorgesehen."
Die regelmäßige Kontrolle des Bauwerks sei ein fester Bestandteil des technischen Unterhalts von Fernmeldetürmen. Die Prüfung habe nichts mit den neuen Entwicklungen rund um die Wiedereröffnung zu tun, sagte der Sprecher weiter.
1968 eröffnet, 2001 geschlossen und Neustart 2031
Der im Volksmund Tele-Michel genannte und 1968 eröffnete Funkturm im Stadtteil St. Pauli steht unter Denkmalschutz. Seit Anfang 2001 ist er geschlossen. Der Heinrich-Hertz-Turm am Messegelände soll für die Öffentlichkeit von der zweiten Jahreshälfte 2031 an wieder zugänglich sein. Eigentlich war die Wiedereröffnung schon 2023 geplant, sie wurde jedoch mehrmals auf unbestimmte Zeit verschoben.
Den Planungen zufolge soll vom Frühjahr 2028 an die Aussichtskanzel in einer Höhe von 123 bis 138 Metern saniert werden. Die Flächen der Geschosse 13 und 14 sollen dann verpachtet werden, wobei die künftigen Betreiber das 14. Geschoss der Öffentlichkeit als Aussichtsplattform zugänglich machen und das 13. Geschoss als Eventebene für Veranstaltungen nutzen möchten.