Hamburg & Schleswig-HolsteinAdler Group übergibt Holsten-Areal

Das Holsten-Areal in Hamburg kann nach Jahren des Stillstands bebaut werden. Geplant sind 2.000 Wohnungen – rund die Hälfte davon als Sozial- oder Studierendenwohnungen.
Hamburg (dpa/lno) - Das von Spekulanten seit zehn Jahren mehrfach weiterverkaufte Areal der früheren Holsten-Brauerei in Hamburg-Altona kann jetzt tatsächlich bebaut werden. Die Adler Group als bisherige Eigentümerin habe das Quartier an das Käuferkonsortium aus den Unternehmen Quantum und Hanse Merkur sowie dem kommunalen Wohnungsunternehmen Saga und der Hamburger Sparkasse übergeben, teilte das Unternehmen mit.
"Bis auf die Zahlung für kleinere Teilflächen, deren Closing noch aussteht, konnte der Kaufpreis vollständig vereinnahmt werden", erklärte die Adler Group.
Konsortium will 2.000 Wohnungen bauen
Zum Kaufpreis selbst sagte das Unternehmen nichts. Das Konsortium möchte nun rund eine Milliarde Euro in das Areal investieren und dort rund 2.000 Wohnungen bauen. Dabei sollen auch Teile der historischen Bausubstanz erhalten und in das neue Viertel integriert werden. Etwa 50 Prozent der neu geplanten Wohneinheiten sollen entweder Sozialwohnungen werden oder für Studierenden- und Auszubildendenwohnungen zur Verfügung stehen, hieß es.
Das Holsten-Areal gilt als Paradebeispiel für Grundstücksspekulationen: Das rund 8,6 Hektar große Gelände der ehemaligen Holsten-Brauerei war 2016 von Carlsberg an die Düsseldorfer Gerchgroup verkauft worden. Anschließend wurde es mehrfach weiterveräußert, ohne dass auf dem Areal jemals gebaut wurde. Dadurch vervielfachte sich der Preis des Grundstücks. Adler hat seinen rechtlichen Sitz in Luxemburg, operativ tätig ist das Unternehmen jedoch von Berlin aus.
Adler baute jahrelang nichts
Vor allem die Adler Group stand in der Kritik. Lag der Wert des Geländes 2016 noch bei rund 65 Millionen Euro, stand es bei der Adler Group mit mehr als 360 Millionen Euro in der Bilanz - ein Preis, der als vollkommen überzogen gilt. Vor dem bislang letzten Verkauf war von 130 bis 180 Millionen Euro die Rede. Nach dem von Adler selbst verursachten jahrelangen Stillstand sagte Unternehmenschef Karl Reinitzhuber nun: "Wir freuen uns, dass auf dem Areal zeitnah dringend benötigter neuer Wohnraum in Hamburg entstehen wird."