Hamburg & Schleswig-HolsteinStaatsoper Hamburg zieht für einige Wochen ins Zirkuszelt

In weniger als zehn Jahren soll die Hamburger Staatsoper in einen Neubau in der Hafencity umziehen. Einen Ortswechsel können das Ballett und die Oper allerdings schon eher üben. Warum ziehen sie um?
Hamburg (dpa/lno) - Weil der Orchestergraben der Hamburgischen Staatsoper saniert werden muss, wird das Haus im Sommer 2027 für einige Wochen in eine spektakuläre Außenspielstätte umziehen – und zwar in ein Zirkuszelt. Konkret wird die "Kuppel Hamburg" an der Trabrennbahn im Bezirk Altona für gut sechs Wochen zur Bühne der verschiedenen Sparten.
"Vom 22. Mai bis 4. Juli werden wir hier buchstäblich unsere Zelte aufschlagen", sagte Opernintendant Tobias Kratzer während der Pressekonferenz zum Ausblick auf die Saison 2026/27.
Spielort mit eigenem Flair - und Weltpremiere
"Wir haben diesen wunderbaren Ort gefunden, der den Vorteil hat, dass er eben nicht ein anderes Opernhaus ist, sondern ein ganz eigenes Flair mitbringt." Die erste Vorstellung im Zirkuszelt ist gleich eine Uraufführung: das Opernspektakel "Störtebeker". Die Weltpremiere der modernen Familienoper hole die berühmten Piratenabenteuer und die Hamburger Musiktradition in die Gegenwart, hieß es dazu.
Zudem wird das Ballett mit einer Wiederaufnahme von John Neumeiers "Ein Sommernachtstraum" präsent sein. Die adaptierte Neufassung wird ab dem 19. Juni in der "Kuppel Hamburg" getanzt. Für die Vorstellungen am außergewöhnlichen Spielort der Hamburger Staatsoper im Sommer 2027 können ab sofort bereits Karten gekauft werden.
Wiederaufnahme von Neumeier-Stücken und Beethoven-Jahr
In der Spielzeit 2026/27 sind in der Hamburger Staatsoper neun Premieren geplant, darunter Verdis "Macbeth" und Tschaikowskys "Eugen Onegin" sowie 15 Repertoireproduktionen. Das Ballett wird mit "Neue Welten" und "Mittsu" zwei Premieren auf die Bühne bringen, zudem werden John Neumeiers "A Cinderella Story" und "Ein Sommernachtstraum" erneut aufgeführt. Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg von Generalmusikdirektor Omer Meir Wellber plant für 2027 unter anderem unter dem Motto "Zeitenlos" ein Beethoven-Jahr mit zehn Konzerten.