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Hamburg & Schleswig-Holstein"Missunde III" soll noch im April Betrieb aufnehmen

15.04.2026, 12:20 Uhr
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Nach Verzögerungen soll die Schleifähre noch in diesem Monat fahren. Im Wirtschaftsausschuss des Landtages sieht der Minister eine komplexe Vorgeschichte - die FDP eine Fehlkonstruktion.

Kiel/Kappeln (dpa/lno) - Die Schleifähre "Missunde III" soll noch im April den Betrieb aufnehmen. Zuvor war eine Betriebsaufnahme der Solarfähre ab Beginn des Monats geplant, dieser Termin musste allerdings erneut verschoben werden. Die Direktorin des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), Birgit Matelski, konnte im Wirtschaftsausschuss des Landtages in Kiel jedoch noch kein Datum für die Betriebsaufnahme nennen.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen betonte seine Unzufriedenheit und betonte: "Der Prozess zur Inbetriebnahme der "Missunde III" läuft nicht rund". Das Ziel zur Ostersaison in den Regelbetrieb zu starten, sei verfehlt worden. Dies belaste die Region ebenso wie Pendlerinnen und Pendler, da dadurch ein Umweg von fast 40 Kilometern um die Schlei gefahren werden müsse. "Dafür entschuldigen wir uns ausdrücklich", sagte der CDU-Politiker.

Anleger müssen angepasst werden

Allerdings sei die Vorgeschichte zur aktuellen Situation komplex und von der Landesregierung kaum zu beeinflussen gewesen. Das habe vor Jahren mit der verzögerten Auslieferung des Schiffes aus Sachsen-Anhalt wegen Elbniedrigwassers angefangen und "endete vor drei Wochen mit einem falschen, aus Norwegen verschickten Ersatzteil", erklärte Madsen.

Der Einbau von vier Querstrahlrudern in der Kieler Werft German Naval Yards verzögerte sich dadurch. Bei den anschließenden Probefahrten stellte sich zudem heraus, dass die Anleger vor Ort angepasst werden müssen. "Diese Probleme haben dazu geführt, dass der ursprünglich angedachte Termin nicht gehalten werden konnte", betonte der Wirtschaftsminister.

Nach Angaben des LKN von Ende März müssen die Anleger angepasst werden, da die neue Fähre größer ist als die zuvor dieselbetriebene "Missunde II". Die neue Schleifähre ist leiser, emissionsfrei und deutlich größer als ihre 2003 in Dienst gestellte Vorgängerin. Erstmals können damit auch Reisebusse und landwirtschaftliche Fahrzeuge über die Schlei setzen. Zwischen Brodersby und Kosel werden pro Jahr rund 120.000 Fahrzeuge und rund 50.000 Fahrräder übergesetzt.

Kritik der Opposition

Der FDP-Abgeordnete Bernd Buchholz kritisierte die Solarfähre als zu groß. Er betonte: "Aus meiner Sicht ist das eine Fehlkonstruktion." Er äußerte die Hoffnung, dass die Fähre bald den Regelbetrieb aufnimmt. Gleichzeitig kündigte er an, in der zweiten Jahreshälfte prüfen zu lassen, welche Kosten durch Anpassungen und Verzögerungen entstanden sind und wer dafür verantwortlich ist.

Der SPD-Abgeordnete Kianusch Stender sieht Fehlplanungen der Landesregierung, woraus Mehrkosten resultieren. Diese dürften nicht auf die Menschen in der Region abgewälzt werden. "Steigende Ticketpreise aufgrund der Fehlplanungen wären ungerecht", betonte er. Er forderte klare Lösungen von der Regierung.

"Die Landesregierung bekommt bei der "Missunde III" seit Jahren weder einen verlässlichen Zeitplan noch einen verlässlichen Betrieb hin", sagte auch die SSW-Abgeordnete Sybilla Nitsch. Sie bemängelte, dass niemand einen genauen Termin zum Beginn des Regelbetriebs nennen könne. Für die Menschen in der Region sei dies eine "handfeste Belastung".

Quelle: dpa

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