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Hamburg & Schleswig-HolsteinHamburgs U-Bahnen und viele Busse stehen wegen Streiks still

18.02.2026, 13:36 Uhr
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Wegen eines Warnstreiks fahren Hamburgs U-Bahnen und viele Busse nicht. Tausende Pendler und Schüler müssen sich am Mittwoch nach Alternativen umsehen.

Hamburg (dpa/lno) - Totalausfall aller Hamburger U-Bahnen und zahlreicher Buslinien: Wegen eines Warnstreiks bei der Hochbahn mussten sich am Mittwoch Tausende Beschäftigte sowie Schülerinnen und Schüler nach Alternativen umschauen, um an ihren Arbeitsplatz oder in die Schule zu kommen. Der Ausstand begann laut der Gewerkschaft Verdi um 3.00 Uhr nachts und sollte 24 Stunden dauern. Bereits Anfang des Monats standen in der Hansestadt alle U-Bahnen einen Tag lang still.

"Heute ganztägig Streik. Kein U-Bahn-Betrieb."

Auf Anzeigetafeln in U-Bahnstationen hieß es am Morgen: "Heute ganztägig Streik. Kein U-Bahn-Betrieb." Gleiches galt für zahlreiche Buslinien südlich der Elbe. Nach Angaben der Hochbahn fuhren am Mittwoch 35 Buslinien gar nicht, bei weiteren drei sollte es einen eingeschränkten Betrieb geben. Die Hochbahn appellierte an Fahrgäste, möglichst auf S-Bahnen auszuweichen, da diese – ebenso wie die Hadag-Fähren – nicht vom Streik betroffen seien.

Neben den U-Bahnen und den Hochbahn-Bussen waren auch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) betroffen. Bestreikt wurden nach VHH Angaben die Betriebshöfe Bergedorf, Rahlstedt, Glinde, Billbrook, Geesthacht und Lauenburg. Fahrgäste mussten vor allem Einschränkungen im Hamburger Osten sowie in den Kreisen Lauenburg und Stormarn aushalten. Nach VHH-Angaben fuhren knapp 70 Buslinien gar nicht, bei weiteren gut 20 kam es zu Ausfällen.

Präsenzpflicht an Schulen bleibt bestehen

Auch Hamburgs rund 270.000 Schülerinnen und Schüler mussten sehen, wie sie es in ihre Schulen schafften. Einfach zu Hause zu bleiben, war keine Option. "Auch diesmal bleibt die Präsenzpflicht bestehen", hatte eine Sprecherin der Schulbehörde bereits am Vortag erklärt. Wie immer gelte jedoch, "dass Eltern ihr Kind vom Schulbesuch dann abmelden können, wenn der Schulweg ihres Kindes objektiv unzumutbar oder die Schule de facto nicht erreichbar ist".

Freude herrschte dagegen im Taxigewerbe. Offensichtlich nutzten viele Menschen diese Alternative. Fahrer Kaiser Kahn sagte, er sei seit 3.30 Uhr "voll dabei" und betonte: "Besser geht es nicht." Ähnlich gut sei es nur beim ersten Warnstreiktag Anfang des Monats gewesen.

Diesmal kürzere Vorwarnzeit

Anders als beim ersten 24-stündigen Warnstreik ist die Vorwarnzeit für vom Streik betroffene Menschen diesmal deutlich kürzer ausgefallen. Statt ein ganzes Wochenende ließ die Gewerkschaft Verdi von der Ankündigung bis zum Warnstreik nur gut 15 Stunden verstreichen.

Verdi fordert in den Tarifverhandlungen bei der Hochbahn unter anderem 7,5 Prozent mehr Lohn mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen sowie einen 200-Euro-Mietkostenzuschuss für Auszubildende. Die nächste Verhandlungsrunde soll am Freitag stattfinden. Bei den VHH-Beschäftigten geht es um einen neuen Manteltarifvertrag.

Quelle: dpa

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