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Hamburg & Schleswig-HolsteinIrvine, Wolfsburg, Dortmund: St. Paulis harte Woche

15.01.2026, 11:15 Uhr
Das-Tor-zur-St-Pauli-Niederlage-Dzenan-Pejcinovic-trifft-zum-2-1-fuer-den-VfL-Wolfsburg

Die Niederlage in Wolfsburg tut dem FC St. Pauli weh. Doch dieses späte 1:2 im Nordduell ist längst nicht die einzige Herausforderung im Abstiegskampf.

Wolfsburg (dpa/lno) - Am Dienstag verletzte sich der Kapitän Jackson Irvine. Am Mittwoch gab es eine späte 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg. Am Samstag geht es zum Tabellenzweiten Borussia Dortmund (15.30 Uhr/Sky): Der FC St. Pauli steckt im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga in einer herausfordernden Woche.

"Ich bin immer noch am Verdauen von dem Spiel gestern. Das ist bitter", sagte Alexander Blessin am Vormittag nach dem Wolfsburg-Spiel. "Aber nach so einem Spiel ist es immer gut, wenn man relativ schnell wieder spielen kann. Und in Dortmund zu spielen, ist immer ein absolutes Highlight. Man hat schon gesehen, dass Dortmund immer wieder Probleme daheim hat, mit dem Druck klarzukommen. Von daher gilt es, an die Leistung von gestern anzuknüpfen. Die fand ich gut."

Das Wolfsburger Siegtor durch Dzenan Pejcinovic fiel erst kurz vor Schluss (88. Minute). Bis dahin war St. Pauli trotz der Ausfälle zahlreicher Spieler ein gleichwertiger Gegner.

Irvine-Verletzung "ist ein harter Schlag"

Klar ist aber: Die erneute Fußverletzung des Australiers Irvine trifft den Tabellen-16. schwer. Wegen einer Operation an derselben Stelle fehlte der 32-Jährige im Kalenderjahr 2025 fast sechs Monate.

"Das ist ein harter Schlag für uns", sagte der Schwede Eric Smith, der Irvine in Wolfsburg sowohl als Kapitän als auch im zentralen Mittelfeld vertrat. "Das gilt für jedes Team in der Liga: Wenn sich der Kapitän verletzt, ist das für niemanden spaßig. Noch nicht einmal für Bayern München."

Trainer Blessin schloss in Wolfsburg auch einen kurzfristigen Transfer als Irvine-Ersatz nicht aus: "Wir halten die Augen und Ohren offen. Wenn sich etwas ergibt, sind wir handlungsbereit", sagte er.

Harte Kritik: "Müssen ehrlich in den Spiegel schauen"

In diesem Punkt sind sich Blessin und Smith einig. Ansonsten ging die Bewertung der aktuellen sportlichen Situation bei Trainer und Führungsspieler aber weit auseinander.

"Ich weiß nicht, wie oft ich das schon gesagt habe: Aber wir müssen aus unseren Fehlern lernen", meinte Smith. "Wir dürfen nicht denken: Es ist alles unter Kontrolle. Denn dann reicht eine Aktion, es fällt ein Tor und wir verlieren das Spiel. Gegner in der Bundesliga können aus jeder Situation treffen, egal wie langweilig oder langsam das Spiel vorher war. Wir müssen verstehen, was wir besser machen müssen und da ehrlich in den Spiegel schauen. Wir haben nicht die besten individuellen Spieler in der Liga. Deshalb müssen wir uns gegenseitig helfen. Das tun wir nicht genug."

In dieser Schärfe wollte Blessin das nicht stehen lassen. "Es ist nicht so, dass immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden", sagte der Coach. "Es sind andere Situationen und andere Positionen, wo wir jedes Mal falsch reagiert haben. In der Summe bin ich immer noch weit davon entfernt, zu sagen, dass es ein Qualitätsproblem ist."

Derby nach Dortmund-Spiel

Vor dem Dortmund-Spiel wird sich an der angespannten Personallage kaum etwas ändern. Irvine und Stürmer Andreas Hountondji sind immer noch verletzt. Höchstens Conor Metcalfe und Danel Sinani könnten zurückkehren und helfen, den Irvine-Ausfall aufzufangen. Und wenn dieses schwere Spiel vorbei ist, steht gleich danach im ersten Heimspiel des Jahres das Hamburger Derby gegen den HSV an (Freitag, 23. Januar, 20.30 Uhr).

"Das nächste Spiel ist das wichtigste. Da interessiert mich das Derby noch gar nicht", sagte Blessin vor der Fahrt nach Dortmund. "Ihr könnt mich gern am Samstagabend fragen. Vorher werde ich keinen einzigen Gedanken an das Derby verschwenden."

Quelle: dpa

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