Hamburg & Schleswig-HolsteinKiel kämpft um olympische Segelwettbewerbe

Kiel setzt auf Erfahrung und ein modernes Konzept, um erneut Austragungsort der olympischen Segelregatten zu werden. Die Entscheidung fällt im September.
Kiel (dpa/lno) - Kiel will zum dritten Mal nach 1936 und 1972 Austragungsort olympischer Segelregatten werden. Oberbürgermeister Samet Yilmaz (Grüne), Sportdezernent Gerwin Stöcken und Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke (CDU) haben am Mittwoch bei einem Besuch in München für den Standort im Rahmen einer möglichen deutschen Olympiabewerbung geworben.
"Dabei haben wir noch einmal deutlich gemacht, dass Kiel schon jetzt zu einem der angesehensten und beliebtesten Segelstandorte der Welt gehört, den die Stadt und das Land weiter modernisieren und zukunftsfähig machen", sagte Finke.
Die Delegation aus dem Norden sprach mit dem Münchener Oberbürgermeister Dominic Krause (Grüne). "Die Gespräche haben gezeigt, dass Kiel in München als international anerkannter Segelstandort mit großer Erfahrung und überzeugendem Konzept wahrgenommen wird", sagte Yilmaz. "Kiel und München haben bereits gemeinsame olympische Erfahrungen, auf diese können wir aufbauen."
Die Innenministerin betonte, "wir verstehen natürlich, dass sich München zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend festlegen möchte". Die Delegation habe Krause eingeladen, sich selbst ein Bild des Standorts zu machen. "Neben dem Termin im Rathaus haben wir uns auch mit Vertreterinnen und Vertretern des bayerischen Segelverbandes getroffen und uns bei ihnen für die tolle Rückendeckung bedankt, nachdem sich der Segelverband mit weiteren großen Landesverbänden wie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, bereits klar für Kiel als Segelstandort einer deutschen Olympiabewerbung ausgesprochen hatte."
Noch keine Entscheidung
Neben München bemühen sich noch Berlin und die Region Rhein-Ruhr, deutscher Kandidat zu werden. Konkurrent von Kiel ist Rostock-Warnemünde. Hamburg hatte sich zwar für Kiel ausgesprochen, doch die Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger entschied sich Ende Mai gegen eine Bewerbung. Sollte Berlin zum Hauptaustragungsort gewählt werden, will die Bundeshauptstadt die Segelwettbewerbe in Mecklenburg-Vorpommern austragen lassen. Die Kieler wollen sich auch mit Vertretern aus Nordrhein-Westfalen austauschen.
In Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel fanden die Segelwettbewerbe bereits bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und 1972 in München statt. Die jährlich stattfindende "Kieler Woche" ist zudem die weltweit größte Segelregatta.
Die Kieler haben sich im April bei einem Bürgerentscheid mit 63,5 Prozent klar für eine Bewerbung ausgesprochen - sei es 2036, 2040 oder 2044. Die Entscheidung über den deutschen Bewerber soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 26. September getroffen werden.