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ThüringenWissenschaftler sprechen über die "faschistische Gefahr"

02.07.2026, 11:11 Uhr
40-Wissenschaftler-sprechen-bei-einer-Veranstaltung-im-Vorfeld-des-AfD-Bundesparteitages-ueber-eine-Rechtsverschiebung-in-Politik-und-Gesellschaft
(Foto: Hannes P Albert/dpa)

Die AfD hält ihren Bundesparteitag in Erfurt ab, geplant ist auch die Wahl des Bundesvorstandes. Warum eine Gruppe von Forschern das zum Anlass für eine Veranstaltung nimmt.

Erfurt (dpa/th) - Vor dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt wollen 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf neun Foren über eine "Rechtsverschiebung in Politik und Gesellschaft" sprechen. Man wolle Schlaglichter auf diese Entwicklung werfen, sagte der Jenaer Soziologe Tilman Reitz der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. "Wir machen das, weil wir schon denken, dass es eine ungewöhnliche politische Entwicklung ist, die wir im Moment haben - mit der AfD in Deutschland", sagte er.

Die Veranstaltung mit dem Titel "Bevor es zu spät ist. Wissenschaftliche Perspektiven auf die faschistische Gefahr" richte sich nicht nur an ein Fachpublikum, sondern auch an interessierte Bürger und läuft am Freitag - einen Tag vor dem Start des AfD-Bundesparteitages, bei dem ein neuer Bundesvorstand der Partei gewählt werden soll.

Beteiligt an den Foren und dem Podium sind neben Reitz unter anderem die Soziologen Klaus Dörre, Hartmut Rosa und Oliver Nachtwey, der Politikwissenschaftler André Brodocz, die Philosophin Rahel Jaeggi und die Integrationsforscherin Naika Foroutan.

Hebel können schnell umgelegt werden

Reitz sagte, Faschismus sei eine Form von Herrschaft, die autoritär sei, mit Gewalt arbeite und eine Massenbasis habe. Die AfD sei für ihn keine faschistische Partei, aber es gebe faschistische Teile und Personen in ihr.

Zwar sei aus seiner Sicht die faschistische Gefahr in anderen Ländern größer als in Deutschland. Aber: "Es kann sehr schnell gehen, dass einige Hebel umgelegt werden." Reitz betonte, man sollte alarmiert sein. Es gehe den Organisatoren auch um eine Sensibilisierung. "Und das darf dann auch mal herangerückt werden an die Leute, die den Rechtsruck betreiben."

Quelle: dpa

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