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Hamburg & Schleswig-HolsteinLand zahlt 750.000 Euro jährlich für Küstenfischerei

23.04.2026, 12:10 Uhr
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Strengere Schutzmaßnahmen und sinkende Bestände setzen Fischer unter Druck. Die Landesregierung sichert daher finanzielle Hilfe in den kommenden Jahren zu.

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holstein will die Kutter- und Küstenfischerei in den kommenden zehn Jahren mit 750.000 Euro jährlich unterstützen. Dafür wurde eine Zielvereinbarung zwischen der schwarz-grünen Landesregierung und den Fischereiverbänden in Kiel unterzeichnet. Damit sollen die Folgen der Umsetzung des Aktionsplans Ostseeschutz 2030 für die Erwerbsbetriebe der Ostseefischerei abgefedert werden.

Ministerpräsident Daniel Günther betonte: "Die Fischereibetriebe stehen seit langem vor großen Herausforderungen." So setzten sinkende Bestände und immer schwierigere Rahmenbedingungen die Fischer wirtschaftlich stark unter Druck. "Gleichzeitig ist klar, dass wir die Ostsee besser schützen müssen, um die Bestände zu stabilisieren", sagte der CDU-Politiker. Die Herausforderung sei es, Meeresschutz und wirtschaftliche Perspektiven für die Fischerei zusammenzubringen.

"Wir wissen, dass die Schutzmaßnahmen des Aktionsplans Ostseeschutz 2030 für viele Betriebe herausfordernd sind", erklärte Günther. So soll mit der Vereinbarung sichergestellt werden, dass Fischerinnen und Fischer ihren Beruf weiter ausüben können.

Ministerin: Rückgang der Bestände hat Existenzen erschüttert

Mit dem im Jahr 2024 beschlossenen Aktionsplan Ostseeschutz werden laut der Staatskanzlei bis zum Jahr 2030 insgesamt 12,5 Prozent der Ostsee unter strengen Schutz gestellt. Seit März seien dafür drei neue Naturschutzgebiete in Kraft getreten - in drei weiteren Gebieten sollen noch verschärfte Regeln folgen. In den streng geschützten Gebieten sei die Fischerei künftig ausgeschlossen.

"Die zusätzlichen Schutzmaßnahmen des Aktionsplans Ostseeschutz, insbesondere die Schließung bisher wichtiger Fanggebiete, treffen unsere Fischereibetriebe in einer ohnehin wirtschaftlich extrem angespannten Lage", sagte Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU). Der Rückgang der Bestände von westlichem Dorsch und westlichem Hering habe viele Existenzen erschüttert.

"Wir haben uns von Beginn an dafür eingesetzt, dass – wenn es einen Ausschluss von Fischerei gibt – auch immer Unterstützung für die Betroffenen sichergestellt wird", betonte die Ministerin. Dies werde mit der Zielvereinbarung nun umgesetzt.

Quelle: dpa

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