Hamburg & Schleswig-HolsteinLyten: Arbeiten engagiert an Northvolt-Übernahme

Lyten verhandelt weiter über den Kauf des Northvolt-Geländes bei Heide. Ein Unternehmenssprecher ist optimistisch: Von Woche zu Woche konkretisieren sich mehr Einzelheiten.
Kiel (dpa/lno) - Das US-Unternehmen Lyten bereitet den Kauf des Northvolt-Geländes in Schleswig-Holstein vor. Alle Beteiligten arbeiteten engagiert an einer Einigung, erklärte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Lyten will auf dem Grundstück bei Heide eine Batteriezellenfabrik, einen Batteriespeicher und ein Datencenter bauen.
Das Unternehmen sei optimistisch, da sich von Woche zu Woche mehr Einzelheiten konkretisierten. Bei den Verhandlungen mit Regierungsvertretern und anderen Organisationen in Deutschland sowie der Region Heide geht es um den Erwerb der Vermögenswerte der deutschen Northvolt-Tochter.
Bei einem Besuch in Kiel hatte Unternehmens-Chef Dan Cook im März erklärt, Lyten habe bereits entschieden, das Gelände bei Heide zu übernehmen. Am Wochenende berichtete der "Spiegel", dass Lyten sich mit der staatlichen Förderbank KfW und den Regierungen von Bund und Schleswig-Holstein auf einen Übernahmepreis in Höhe von rund 60 Millionen Euro verständigt habe. Das deckt sich mit dpa-Informationen.
Derzeit wird an einem Memorandum of understanding gearbeitet. Eine offizielle Bestätigung steht aus. Ein Ministeriumssprecher betonte am Wochenende lediglich, dass sich die Landesregierung weiter in Gesprächen mit dem Start-up befinde. An diesem Dienstag wollte sich das Kabinett mit dem Thema befassen. Die Landtags-Ausschüsse sollen später eingebunden werden.
Gescheiterte Pläne
Statt der ursprünglich von Northvolt angedachten rund 3.000 Jobs soll es nur noch etwa 1.000 geben. Gleich zweimal binnen kurzer Zeit hat die Landesregierung für ihren Umgang mit Northvolt Klatschen kassiert. Erst bemängelte der Rechnungshof, dass diese bei der Förderung gegen die Haushaltsordnung verstieß. Dann entschied das Verfassungsgericht auf Klagen von FDP und SPD, dass die Regierung den Landtag nicht ausreichend über Risiken des Projekts informiert hatte.
Vor der Northvolt-Pleite hatte die staatlichen Förderbank KfW eine Wandelanleihe in Höhe von rund 600 Millionen herausgegeben. Bund und Land bürgten jeweils zur Hälfte. Im Zuge der Übernahme der deutschen Northvolt-Tochter durch Lyten konnten Bund und Land noch 153 Millionen Euro sichern. Der finanzielle Schaden Schleswig-Holsteins liegt damit bei mehr als 200 Millionen Euro, wird jedoch durch den Grundstücksverkauf noch etwas sinken.