Hamburg & Schleswig-HolsteinPetersdotter: Wie Bahnverkehr im Norden stärker werden soll

An Ideen für den schleswig-holsteinischen Bahnverkehr mangelt es nicht. Grünen-Fraktionschef Lasse Petersdotter setzt auch auf die Reaktivierung alter Strecken. Ein Erfolg müsse erhalten bleiben.
Kiel (dpa/lno) - In der Verkehrspolitik setzt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Lasse Petersdotter, auf weitere Verbesserungen bei der Bahn. Das sei sowohl im Personen- wie im Güterverkehr notwendig, sagte er der dpa.
Auch die Reaktivierung oder der Neubau von Bahnstrecken komme dafür infrage. "Wir gucken darauf, was Strecken sind, die klimapolitisch besonders wirken und welche Strecken für besonders viele Menschen wichtig sind." Leider seien das Prozesse, die sehr lange dauern, so Petersdotter.
Besserer Schienenverkehr für Wirtschaft und Sicherheit nötig
"Wichtig ist, dass wir durch das Infrastrukturprogramm des Bundes uns darauf verständigt haben, auf der einen Seite die Sanierung von Straßen und Häfen stärker zu finanzieren, aber auch die Schieneninfrastruktur." Das sei nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung notwendig. Ein leistungsfähiges Schienennetz sei auch aus sicherheitspolitischen Gründen notwendig. "Schleswig-Holstein ist eine Drehscheibe in sicherheitspolitischen Lagen", so Petersdotter.
Aus seiner Sicht ist es wichtig, im Personennahverkehr neue Verbindungen und Strecken zu ermöglichen. Dabei sollte sich der Blick in erster Linie auf noch vorhandene oder stillgelegte Strecken richten. "Die Reaktivierung ist in den meisten Fällen sinnvoller als eine komplett neue Planung." Aktuelle Beispiele seien der Ausbau der Strecke zwischen Neumünster und Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) oder die Wiederaufnahme der Strecke zur Hafenspitze in Flensburg. Auch die Reaktivierung der Bahnverbindung von Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) nach Hamburg-Bergedorf sei ein wichtiges Projekt.
Deutschlandticket unverzichtbar
Ein entscheidender Fortschritt in der Verkehrspolitik ist aus Petersdotters Sicht das Deutschlandticket. "Beim Deutschlandticket gibt es kein Zurück mehr." Es müsse stabil bleiben und dürfe nicht Stück für Stück durch ständige Preiserhöhungen abgeschafft werden. Der Staat sei gefordert, dort künftig stärker zu finanzieren. "Damit meine ich die Bundesebene", sagte der Grünen-Fraktionschef. Die Kosten dürften nicht an die Länder weitergegeben werden.