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Hamburg & Schleswig-Holstein SPD will bei Europawahl im Norden über Bundesergebnis liegen

Ein Wahlkampf-Mobil der SPD bei der

(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Die Nord-SPD kämpft bei der Europawahl nach eigenen Angaben um Platz eins im Land. Über eine Prozentzahl will die neue Landesvorsitzende Serpil Midyatli aber nicht öffentlich spekulieren. Klar scheint aber bereits eines.

Kiel (dpa/lno) - Bei der Europawahl am 26. Mai wollen Schleswig-Holsteins Sozialdemokraten im Norden besser abschneiden als auf Bundesebene. "Wir kämpfen dafür, dass wir bei der Wahl die stärkste Partei in Schleswig-Holstein werden", sagte SPD-Landeschefin Serpil Midyatli am Dienstag. Ziel sei ein gutes Ergebnis, "Spekulationen über Prozentpunkte will ich nicht anstellen". Bei der Europawahl 2014 hatte die SPD in Schleswig-Holstein 31,9 Prozent erreicht und war damit hinter der CDU (34,4 Prozent), aber vor den Grünen (12,4 Prozent) gelandet.

Midyatli will im Wahlkampf vor allem mit dem sozialen Europa, einem europaweiten Mindestlohn und einer Stärkung der Mitbestimmung punkten. Ziel der demokratischen Parteien müsse es sein, das "Unheil durch Rechtspopulisten einzudämmen". Diese hätten keine Antworten auf die Frage nach einem sozialen Europa.

Größte Chancen auf einen Sitz im Europaparlament aus dem Norden hat die stellvertretende Juso-Bundesvorsitzende Delara Burkhardt. Die Bundes-SPD hatte die 26-Jährige Ende 2018 auf Platz fünf der Bundesliste gesetzt. Nur auf Platz 30 kandidiert Enrico Kreft, den ein Landesparteitag Anfang November als Spitzenkandidaten für die Europawahl nominiert hatte. Er beurteilte seine Chancen auf den Einzug ins Europaparlament, in dem derzeit für die SPD aus Schleswig-Holstein noch Ulrike Rodust sitzt, als "durchwachsen".

Burkhardt betonte, ihre Partei habe jedoch eine Bundesliste. "Ich habe da keine Gewissensbisse." Beide Kandidaten absolvieren im Wahlkampf insgesamt nach eigenen Angaben etwa 250 Termine, einige davon gemeinsam. "Es gibt darum, die Geschichte Europas weiter zu erzählen, sagte sie. Europa nur als Friedensprojekt zu verstehen, reiche jungen Menschen nicht aus. Sie will sich dafür einsetzen, dass auch global agierende Konzerne in Europa Steuern zahlen. "Denn es ist ungerecht, wenn Google und Amazon hier Milliardengewinne einfahren, aber weniger Steuern zahlen als ein Buchladen."

Kreft hofft, dass auch die Dauerdebatte um den Brexit und dessen Folgen für eine stärkere Wahlbeteiligung sorgen. "Es gibt mehr Aktivitäten als bei der Europawahl vor fünf Jahren", sagte er. Seine Hoffnung sei, dass die Wahlbeteiligung höher ausfalle, als bei der Wahl 2014. Deutschlandweit hatte sie damals 48,1 Prozent betragen, in Schleswig-Holstein aber nur 43,3 Prozent.

Ergebnis der Europawahl 2014 in Schleswig-Holstein

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