Hamburg & Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein bekommt ein Azubiwerk

Was Studenten beim Studentenwerk finden, sollen Auszubildende im Norden bald beim Azubiwerk finden: Unterstützung und vielleicht einen Platz im Wohnheim. Schleswig-Holstein betritt damit Neuland.
KIel (dpa/lno) - Auszubildende in Schleswig-Holstein sollen künftig Unterstützung durch ein Azubiwerk bekommen. Die neue Einrichtung solle ähnlich arbeiten wie das Studentenwerk, das Studenten unterstützt, kündigte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Lasse Petersdotter, gemeinsam mit Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) an. Das Azubiwerk bekomme die Form einer Stiftung. Das Land zahlt jährlich sieben Millionen Euro.
Zu den Aufgaben des Azubiwerks soll gehören, Lehrlingen bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen, zum Beispiel in Azubi-Wohnheimen. "Mit dem Azubiwerk schaffen wir eine deutschlandweit einmalige Struktur in Schleswig-Holstein", sagte Petersdotter. "Ausbildung verdient denselben Rückhalt wie ein Studium."
Auch Azubistarthilfe von 350 Euro geplant
Der Fraktionschef kündigte auch eine Azubistarthilfe an. Auszubildende, die aus einer Badarfsgemeinschaft in ihre erste Ausbildung starten, also Bürgergeld beziehen, sollen einmalig 350 Euro bekommen. Mit der entsprechenden Studienstarthilfe habe man gute Erfahrungen gemacht, so Petersdotter. Außerdem soll das Azubiwerk ein breites Beratungsangebot bieten.
Die Vorsitzende des DGB Nord, Laura Pooth, lobte das Projekt als ein starkes Zeichen. "Wir freuen uns besonders, viele unserer Ideen in diesem Vorhaben wiederzufinden. Als DGB betonen wir seit langer Zeit, dass der Schuh beim Thema Wohnen für Azubis besonders drückt." Der DGB freue sich, wenn sich viele Kommunen, Unternehmen und Kammern als Kooperationspartner aktiv an dem Vorhaben beteiligen.