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Hamburg & Schleswig-Holstein Vorarbeiten für A7-Deckel Altona: Leitungstunnel gebaut

Ein Rohrleitungsbauer steht in einem Schacht am Anfang eines Medientunnels. Foto: Markus Scholz/dpa

(Foto: Markus Scholz/dpa)

Der Lärmschutzdeckel über der A7 in Hamburg-Altona soll bislang getrennte Stadtteile miteinander verbinden. Wege und Straßen werden über den Deckel verlaufen. Für Strom-, Gas- und Wasserleitungen haben die Ingenieure eine besondere Lösung gefunden.

Hamburg (dpa/lno) - Eine ganz wesentliche Vorarbeit für den Bau des Lärmschutzdeckels über der A7 in Hamburg-Altona vollzieht sich zurzeit in einem ruhigen Winkel nahe dem Bahrenfelder Marktplatz. Mit Hilfe eines Krans lassen Bauarbeiter am Dienstag Rohre in einen 20 Meter tiefen Schacht hinab. Auf dem Grund der Grube werden die Rohrenden miteinander verschweißt und in einen Betontunnel geschoben, der quer unter der Autobahn hindurch verläuft. Der sogenannte Medientunnel hat einen Durchmesser von rund 1,5 Meter und bietet Platz für mehr als 20 Leitungen: Wasser, Abwasser, Gas, Strom und Telekommunikation.

Der Versorger Hamburg Wasser, der die Arbeiten der insgesamt zehn beteiligten Unternehmen koordiniert, hat im Bereich des künftigen Lärmschutzdeckels fünf "Tunnel unter dem Tunnel" bohren lassen, als sechste Querverbindung unter der Autobahn dient ein umgebautes Abwassersiel. Bis Ende Mai 2020 sollen alle Leitungen, die bislang noch an den Straßenbrücken über die A7 verlaufen, in der Erde verschwunden sein. 30 Millionen Euro kostet das Projekt. Fast 15 Kilometer Leitungen werden unter der Autobahn verlegt, ohne dass dabei der Verkehr behindert wird.

Der Bau des Lärmschutztunnels soll im Sommer nächsten Jahres beginnen. Acht Jahre später soll der Verkehr im Abschnitt Altona auf acht Spuren unter dem 2,2 Kilometer langen Deckel hindurchfließen. Fünf Brücken, die über die A7 führen, müssen abgerissen werden. Betroffen sind so wichtige Ost-West-Achsen wie der Osdorfer Weg (B431) in Bahrenfeld.

Die Querungen sollen während der Bauzeit nicht durch Behelfsbrücken ersetzt werden, die nach Erfahrung bei den Deckelbauten in Schnelsen und Stellingen den innerstädtischen Verkehr stark beeinträchtigen. Stattdessen starten die Ingeniere mit dem Bau von Deckelsegmenten an den Kreuzungspunkten, wie Verkehrskoordinator Christian Merl erklärte. Schrittweise werden die Straßen auf diese ersten Segmente verlegt. Erst danach wird der übrige Lärmschutzdeckel errichtet.

Die S-Bahn-Brücke in Othmarschen braucht nicht neu gebaut zu werden. Sie ist hoch und breit genug, um auch den künftigen Deckel zu überspannen. Eine Mittelstütze muss allerdings in den Lärmschutztunnel integriert werden. Auch an den möglichen Ausbau des Schienverkehrs haben die Planer gedacht. Eine neue U- oder S-Bahnlinie könnte an einer bestimmten Stelle unter dem Altonaer Deckel hindurchgeführt werden, sagte Merl.

Die Medientunnel bezeichnet der Verkehrskoordinator als "unglaubliche technische Leistung". Die Aufrechterhaltung der vergleichsweise wenigen Leitungen beim Bau des deutlich kleineren Stellinger Deckels sei bereits eine große Herausforderung gewesen. Dabei erlaubte dessen Lage den Erhalt der Brücke Kieler Straße, die zahlreiche Versorgungsnetze östlich und westlich der Autobahn verbindet. Wie schnell sich Leitungs- und Straßenbau in die Quere kommen können, zeigte ein Zwischenfall Anfang Mai: Ein privater Telefonanbieter wollte ein Glasfaserkabel durch ein Leerrohr unter der Brücke schieben. Doch das Kabel fiel durch eine Öffnung auf die Autobahn direkt vor das Tunnelportal. Der gesamte Verkehr auf der A7 musste vorübergehend gestoppt werden. Derartige Pannen werden im Bereich Altona nicht passieren.

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Pressemitteilung Hamburg Wasser

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