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Hamburg & Schleswig-HolsteinWunsch nach früher Rente bei Hamburger Beschäftigten

17.07.2026, 05:03 Uhr
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Warum viele Beschäftigte in Hamburg schon vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Beruf aussteigen möchten – und welche Rolle die Gesundheit dabei spielt.

Hamburg (dpa/lno) - Fast jeder zweite Beschäftigte ab 50 Jahren in Hamburg möchte nach einer Untersuchung der DAK-Gesundheit früher in Rente gehen. Nach Zahlen des DAK-Gesundheitsreports "Arbeiten ab 50" sind es 45 Prozent. Für den Report hat das IGES Institut im Auftrag der DAK den Krankenstand aller DAK-versicherten Beschäftigten in Hamburg analysiert und Forsa eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt.

Mehr Beschäftigte mit Gesundheitsproblemen möchten früh in Rente

Der Umfrage zufolge möchten über alle Altersgruppen hinweg 40 Prozent bis zur gesetzlichen Rente arbeiten und 13 Prozent können sich vorstellen, darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Über einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben denken 38 Prozent nach. Ob Menschen länger arbeiten möchten, hängt auch von ihrer Gesundheit ab. 41 Prozent der Beschäftigten mit guter oder sehr guter Gesundheit ziehen demnach einen Renteneintritt vor der gesetzlichen Altersgrenze in Betracht. Bei Beschäftigten mit schlechterem Gesundheitszustand sind es deutlich mehr (55 Prozent).

Ein weiteres Ergebnis des Reports ist, dass ältere Beschäftigte seltener, aber im Schnitt länger krankgeschrieben sind. Ab Mitte 50 kommen auffällig viele Fehlzeiten dazu. Im Alter von 66 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei 11 Prozent - und damit fast doppelt so hoch wie bei den 50- bis 53-Jährigen mit rund sechs Prozent. Über alle Beschäftigten ab 50 Jahren hinweg liegt Hamburg mit 6,5 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 7,4 Prozent.

Beschäftigte ab 50 Jahren mit längeren Krankschreibungen

Beschäftigte ab 50 Jahren kamen 2025 auf 164 Krankschreibungen je 100 Versicherte, bei den unter 50-Jährigen waren es 212 Fälle. Bei Erwerbstätigen ab 50 Jahren sind die Krankmeldungen mit durchschnittlich 14,5 Tagen deutlich langwieriger als bei Beschäftigten bis 49 Jahren (7,8 Tage).

"Die Diskussion über eine längere Lebensarbeitszeit darf sich nicht nur auf das gesetzliche Renteneintrittsalter konzentrieren", forderte der DAK-Landeschef in Hamburg, Jens Juncker. Entscheidend sei, welche Voraussetzungen geschaffen werden, damit Menschen auch im höheren Erwerbsalter gesund, leistungsfähig und motiviert arbeiten können. "Dafür tragen Unternehmen und Politik gemeinsam Verantwortung."

Gegenüber der neuen Aktivrente sind 73 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren grundsätzlich offen. 36 Prozent können sich die Nutzung einer Aktivrente gut vorstellen, weitere 37 Prozent schließen dies nicht aus. 26 Prozent lehnen die Aktivrente klar ab. Rentner können nach der neuen Regelung in begrenztem Umfang steuerfrei hinzuzuverdienen.

Für den Gesundheitsreport wurden nach Angaben der DAK unter anderem die Krankschreibungen von 74.000 erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit in Hamburg ausgewertet. Für die repräsentative Forsa-Befragung wurden im November 2025 bundesweit 7.086 Beschäftigte online befragt, davon 3.548 ab 50 Jahren. In Hamburg waren es 204 Befragte, davon 101 ab 50 Jahren. Die DAK-Gesundheit ist nach eigenen Angaben die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland.

Quelle: dpa

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