Hamburg & Schleswig-HolsteinZahl der Badetoten im Norden im Juni gestiegen

Bei heißem Sommerwetter haben viele Menschen Abkühlung beim Baden in Seen, in Flüssen oder im Meer gesucht. Doch dabei lauern tödliche Gefahren, warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft.
Kiel/Hamburg (dpa/lno) - In Schleswig-Holstein sind im Juni vier Menschen beim Baden oder Schwimmen tödlich verunglückt - drei mehr als im Juni des Vorjahres, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte. In Hamburg gab es demnach ein Todesopfer, im Juni des Vorjahres waren es zwei.
Bundesweit sind im Juni den Angaben nach 99 Menschen beim Baden oder Schwimmen ertrunken. So viele Todesfälle seien es seit 2003 nicht mehr gewesen, erklärte die DLRG. 55 Menschen kamen demnach in Seen ums Leben, 21 ertranken in Flüssen. Jeweils sechs Todesfälle verzeichnete die DLRG in Schwimmbädern, im Meer und in Kanälen. Die meisten Opfer waren junge Menschen: 40 Personen waren nicht älter als 30 Jahre alt, 35 Verunglückte älter als 50 Jahre.
Mit Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern ruft die DLRG dazu auf, umsichtig zu handeln und Gefahren am Wasser nicht zu unterschätzen. "Der tragische Start in die Badesaison gibt Anlass zur Sorge, dass bei weiteren Hitzewellen im Hochsommer erneut viele Menschen ihr Leben im Wasser verlieren könnten", sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt.
Die meisten Todesopfer sind junge Männer
"Über 90 Prozent der Todesopfer im Juni waren männlich, unter den jungen Leuten sogar alle", erklärte Vogt. Sie appelliere deshalb besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten.
Die Auswertung der tödlichen Unfälle zeige bekannte Muster: Viele Menschen unterschätzten Gefahren, vor allem Strömungen und den Temperaturunterschied beim Gang oder Sprung ins Wasser. Hinzu kämen fehlendes Schwimmvermögen, Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle.
Die DLRG mahnt zu Vorsicht und Aufmerksamkeit. Wer sich an einfache Regeln halte, senke das Unfallrisiko erheblich. Demnach soll man nur an bewachten Badestellen ins Wasser gehen und nie überhitzt ins Wasser springen, sondern vorher abkühlen. Außerdem mahnt die DLRG, nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss baden zu gehen und Strömungen und unbekannte Gewässer zu meiden.
DLRG klärt über Gefahren auf
Kinder müssten immer beaufsichtigt werden, Badende sollten auf Mitmenschen im Wasser achten, so die DLRG-Präsidentin. Beim Paddeln, Surfen oder Bootfahren sollte eine Schwimmweste getragen werden, und generell müsse jeder darauf achten, genug Wasser zu trinken und sich nicht zu lange der Sonne auszusetzen.
Im Hitzesommer 2003 waren im Juni bundesweit 107 Menschen in Gewässern tödlich verunglückt. Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Hierfür klären ihre Aktiven über Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Fast 55.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer wachten jährlich insgesamt 2,6 Millionen Stunden lang über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern.
Die DLRG hat nach eigenen Angaben derzeit knapp 630.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstützten die Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.