HessenFreundschaft mit Spezialbier: Hessen feiert Jubiläum mit USA

Zwei Brauereien beidseits des Atlantiks produzieren ein Jubiläumsbier. Es geht um ein halbes Jahrhundert Partnerschaft zwischen Hessen und einem US-Staat. Wie wird die Freundschaft mit Leben erfüllt?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Eine US-Reise des Ministerpräsidenten, ein deutsch-amerikanisches Bier und ein Aufruf zum Einschicken persönlicher Erlebnisse: Hessen feiert auch in der zweiten Jahreshälfte 2026 das Jubiläum seiner Partnerschaft mit dem US-Bundesstaat Wisconsin.
So will Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) bei einer US-Reise rund um den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober auch das 50-jährige Bestehen dieser internationalen Freundschaft würdigen. Laut der Staatskanzlei in Wiesbaden handelt es sich um die "erste vertraglich vereinbarte Partnerschaft zwischen einem deutschen Bundesland und einem US-Bundesstaat". Noch sind Route und Details von Rheins geplanter Amerikareise nicht bekannt.
"Amerikanischsten Bundesland in Deutschland"
Die Gründung des heutigen Landes Hessen vor acht Jahrzehnten geht auf einen Befehl der damaligen US-Militärregierung nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Rhein spricht gerne vom "amerikanischsten Bundesland in Deutschland" mit vielen in Wiesbaden stationierten US-Soldaten und einem der weltweit größten US-Generalkonsulate in Frankfurt.
Geht es immer so weiter? Kürzlich hat der Ministerpräsident mit Blick auf einen möglichen Teilabzug von US-Soldaten aus Deutschland inklusive Hessen vor unüberlegten Entscheidungen gewarnt. Wichtig sei es, die Gesprächskanäle in die USA offenzuhalten. Hintergrund ist das oft sprunghafte Regierungshandeln des heutigen US-Präsidenten Donald Trump.
Und das Jubiläumsbier? Es ist laut Staatskanzlei ein Gemeinschaftsprojekt der Brauerei Glaabs Bräu im südhessischen Seligenstadt und der Brauerei 3 Sheeps Brewing in Wisconsin. Die 5.000 produzierten Flaschen Bier seien nicht zu kaufen, sondern nur für bestimmte Veranstaltungen gedacht. "Die Brautradition, die deutsche Auswanderer einst nach Wisconsin brachten, lebt so weiter - heute haben noch fast die Hälfte der Bürger Wisconsins deutsche Wurzeln", erklärt die Wiesbadener Staatskanzlei.
Austauschprogramme mit Tausenden Teilnehmern
Hessische Bürgerinnen und Bürger bittet sie, eigene Erlebnisse mit der Partnerregion Wisconsin an die Mailadresse HessenWisconsin50@stk.hessen.de zu schicken - etwa die Erinnerungen an einen Schüleraustausch oder die Entstehung von Freundschaften über den Atlantik hinweg. "Ausgewählte Beiträge", auch mit Fotos, würden auf der Internetseite der Staatskanzlei veröffentlicht, heißt es weiter.
Die Partnerschaft ist am 20. September 1976 mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde durch den damaligen hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (SPD) und Wisconsins Gouverneur Patrick Lucey begründet worden. Private Kontakte und ein Schüleraustausch waren vorausgegangen. An Austauschprogrammen haben laut der Landesregierung über die Jahrzehnte Tausende Hessen und US-Bürger teilgenommen.