HessenMehr Badetote in Hessen im superheißen Juni

Sommer, Sonne, Hitzewelle – und so viele Ertrunkene wie selten. Warum gerade junge Männer besonders oft im Wasser ums Leben kommen und wie man sich schützen kann.
Frankfurt/Bad Nenndorf (dpa/lhe) - Im vergangenen Monat mit seiner rekordverdächtigen Hitzewelle sind in Hessen sechs Menschen ertrunken - im Juni 2025 waren es nur vier. Das geht aus der Bilanz der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervor, die in Bad Nenndorf veröffentlicht wurde.
Bundesweit gab es im Juni 2026 so viele Ertrunkene wie seit über 20 Jahren in keinem Juni mehr: Die DLRG zählte 99 Todesfälle. Zuletzt wurden im Hitzesommer 2003 mit 107 verunglückten Menschen mehr Badetote in einem Juni gezählt.
Sorge bei weiteren Hitzewellen
"Der tragische Start in die Badesaison gibt Anlass zur Sorge, dass bei weiteren Hitzewellen im Hochsommer erneut viele Menschen ihr Leben im Wasser verlieren könnten", sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt zur bundesweiten Entwicklung. Die Lebensretter riefen zum Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern dazu auf, Gefahren am Wasser nicht zu unterschätzen.
Und die betreffen vor allem Männer: "Über 90 Prozent der Todesopfer im Juni waren männlich; unter den jungen Leuten sogar alle", sagte Vogt. "Wir appellieren deshalb besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten." Sie betonte: "Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen - aber das Leben zu verlieren."
Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich im Juni in Seen und Flüssen, in Schwimmbädern, in Kanälen und im Meer starben weniger Menschen.
Ursachenforschung zeigt bekannte Muster
Wie es zu den tödlichen Unfällen kam? Die Auswertung im Juni zeige bekannte Muster, urteilten die DLRG-Retter: Viele Menschen unterschätzen demnach Gefahren, vor allem die Strömung und den Temperaturunterschied beim übereifrigen Sprung ins Wasser. Dazu kommt, dass viele Menschen schlechte Schwimmer sind, außerdem sorgen Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle für Gefahr.
Um das Risiko zu verringern, mahnte die DLRG zu Vorsicht und Aufmerksamkeit in den kommenden Wochen. Wer Abkühlung sucht, soll demnach nur an bewachten Badestellen und nie überhitzt ins Wasser springen, sondern sich vorher abkühlen, Strömungen und unbekannte Gewässer meiden und nie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen. Überdies sollten die Menschen Kinder immer beaufsichtigen, auf die Mitmenschen achten, beim Paddeln oder Surfen eine Schwimmweste tragen, genug trinken und sich nicht zu lange der Sonne aussetzen.