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Niedersachsen & BremenIm Juni ertranken mehr Menschen in Niedersachsen

12.07.2026, 04:02 Uhr
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(Foto: Helmut Fricke/dpa)

Hitze und mehr Badetote: Im Juni starben bundesweit fast 100 Menschen im Wasser - und auch in Niedersachsen wurden es mehr. Warum gerade junge Männer oft im Wasser ums Leben kommen.

Bad Nenndorf (dpa/lni) - Im vergangenen Monat mit seiner rekordverdächtigen Hitzewelle sind in Niedersachsen mehr Menschen als im Vorjahr ertrunken. Landesweit wurden allein im Juni 8 Badetote gezählt - nach 5 im Vorjahresmonat, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilte. Bundesweit ertranken sogar so viele Menschen wie seit über 20 Jahren in keinem Juni mehr.

Mindestens 99 Menschen in Deutschland ertranken laut DLRG in dem Monat. Zuletzt wurden im Hitzesommer 2003 mit 107 verunglückten Menschen mehr Badetote im Monat Juni gezählt. Immerhin: In Bremen sank die Zahl, im Juni starb ein Mensch nach 3 im Vorjahresmonat.

Sorge bei weiteren Hitzewellen

"Der tragische Start in die Badesaison gibt Anlass zur Sorge, dass bei weiteren Hitzewellen im Hochsommer erneut viele Menschen ihr Leben im Wasser verlieren könnten", sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt - mit knapp 630.000 Mitgliedern. Die Lebensretter riefen zum Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern dazu auf, Gefahren am und im Wasser nicht zu unterschätzen.

Und die betreffen vor allem Männer: "Über 90 Prozent der Todesopfer im Juni waren männlich; unter den jungen Leuten sogar alle", sagte Vogt. "Wir appellieren deshalb besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten." Sie betonte: "Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen - aber das Leben zu verlieren".

Viele Opfer sind jung

Die meisten Opfer in Deutschland im Juni waren jung - 40 von ihnen waren nicht älter als 30 Jahre. Immerhin 35 Verunglückte bekannten Alters waren über 50 Jahre alt. Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich in Seen und Flüssen, in Schwimmbädern, in Kanälen und im Meer starben weniger Menschen.

Die Auswertung der Ursachen der tödlichen Unfälle im und am Wasser zeige bekannte Muster, urteilten die DLRG-Retter: Viele Menschen unterschätzen demnach Gefahren, vor allem die Strömung und den Temperaturunterschied beim übereifrigen Sprung ins Wasser. Auch seien viele Menschen schlechte Schwimmer, zudem sorgten Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle für Gefahr.

Vorsicht angemahnt

Um das Risiko zu verringern, mahnte die DLRG zu Vorsicht und Aufmerksamkeit in den kommenden Wochen. Die Lebensretter nannten als einfache Regeln, nur an bewachten Badestellen und nie überhitzt ins Wasser zu springen, sondern sich vorher abzukühlen, Strömungen und unbekannte Gewässer zu meiden und nie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss zu schwimmen. Kinder sollten immer beaufsichtigt und es sollte auf die Mitmenschen geachtet, beim Paddeln oder Surfen eine Schwimmweste getragen werden.

Den - wenig ehrenvollen - Spitzenplatz im Juni nahm Nordrhein-Westfalen mit 22 Badetoten ein. Im Vorjahresmonat waren es dort noch 12. An zweiter Stelle lag Bayern mit 21 Opfern nach 22 ein Jahr zuvor, gefolgt von Baden-Württemberg mit 13 (Vorjahr: 7) Badetoten.

Quelle: dpa

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