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Hessen15 Modellprojekte für Kampf gegen Wohnungslosigkeit

02.07.2026, 10:25 Uhr
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Frankfurter Obdachlose weichen gerade von einer geschlossenen Notunterkunft in ein neues Zeltlager aus. Hessen will aber auch generell und landesweit Wohnungslosen helfen. Mit welchen Projekten?

Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit 15 Modellprojekten will Hessen landesweit die Wohnungslosigkeit bekämpfen. "Dafür stehen mehr als 6,1 Millionen Euro bereit", teilte das Sozialministerium in Wiesbaden mit. Ressortchefin Heike Hofmann (SPD) betonte: "Eine eigene Wohnung ist weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Sie bedeutet Schutz, Privatsphäre und Selbstbestimmung und ist ein Rückzugsort."

Sechs der 15 Projekte im Rahmen der schon angelaufenen Landesstrategie gegen Wohnungslosigkeit fördern laut dem Ministerium "den Aufbau von Fachstellen zur Wohnraumsicherung. Sie beraten Menschen, deren Wohnung beispielsweise durch Mietschulden, Kündigungen oder Konflikte mit Vermieterinnen und Vermietern gefährdet ist."

Weitere sechs Projekte beziehen sich auf das Konzept "First Housing". Dabei bekommen Obdachlose zuerst ein Dach über dem Kopf und anschließend Unterstützung von Sozialarbeitern und -pädagogen. Ministerin Hofmann hatte sich bei Delegationsreisen nach Finnland und in die Schweiz ein Bild von diesem besonderen Hilfsansatz gemacht.

Zwei Modellprojekte sollen dem Sozialministerium zufolge Übergänge in besonderen Lagen erleichtern, etwa für Menschen, die nach einem Klinikaufenthalt oder einer Haftstrafe ein Dach über dem Kopf suchen - was mitunter auch schon in der Wohnungslosigkeit geendet hat.

Projekt speziell für Frauen

Modellprojekt Nummer 15 soll nach den Angaben in Frankfurt einen "geschützten Tagesaufenthalt" für wohnungslose Frauen schaffen: "Dort erhalten Betroffene Beratung, Unterstützung und einen geschützten Ort, von dem aus weitere Hilfen vermittelt werden können."

Die Modellprojekte sollen - abgesehen von Frankfurt - auch in Kassel sowie in den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Lahn-Dill, Main-Taunus und Vogelsberg umgesetzt werden. Und sie sollen Erkenntnisse liefern, die auch überregional für die Weiterentwicklung der Wohnungslosenhilfe im Land genutzt werden können.

"Eine der härtesten Formen von Armut"

Der Vorsitzende der Hessen Caritas, Jörg Klärner, nannte die Vorstellung der 15 Modellprojekte ein wichtiges Signal: "Wohnungslosigkeit ist keine Randfrage. Sie ist eine der härtesten Formen von Armut - und sie berührt zentrale Fragen von Würde, Sicherheit und Teilhabe."

Hessens größte Stadt Frankfurt hatte jüngst Schlagzeilen gemacht, weil eine Notunterkunft in einer U-Bahn-Station wegen unzureichenden Brandschutzes kurzfristig geschlossen worden war. Die provisorische Lösung: ein rasch aufgebautes Zeltlager mit Feldbetten.

Hessenweit waren laut einer Bundesstatistik im Januar 2025 rund 29.000 Menschen in Notunterkünften und ähnlichen Einrichtungen untergebracht, darunter mehr als 8.000 Kinder und Jugendliche.

Von einem Sofa zum anderen

Zu den Problemen mancher Wohnungslosen gehören laut Experten etwa Drogen- oder Alkoholsucht sowie Mietschulden. Etliche Betroffene hangeln sich auch in prekären Verhältnissen von Sofa zu Sofa bei Verwandten und Freunden weiter - und tauchen somit meist nicht in Statistiken auf.

Quelle: dpa

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