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Hessen22 Messerstiche und Flucht aus dem Fenster - Prozessauftakt

26.02.2026, 14:07 Uhr
Das-Landgericht-Hanau-versucht-den-Tathergang-und-moegliche-Hintergruende-aufzuklaeren
(Foto: Michael Bauer/dpa)

Ein abgebrochenes Messer im Schädel des Opfers, ein blutiger Tatort und der Satz "Pst, keine Polizei": Was geschah bei dem tödlichen Angriff in Hanau?

Hanau (dpa/lhe) - Vor dem Landgericht Hanau hat ein Totschlagprozess gegen einen 34-Jährigen begonnen, der einen Mann mit 22 Messerstichen getötet haben soll. Nach der Tat im vergangenen Juni im Hanauer Stadtteil Steinheim sprang der Italiener laut Anklage auf der Flucht aus dem Fenster eines Mehrfamilienhauses und landete auf einem Maschendrahtzaun. Dabei verletzte er sich schwer und wurde festgenommen.

Der Angeklagte äußerte sich zu Prozessbeginn nicht zu dem gegen ihn erhobenen Vorwurf. Der Staatsanwaltschaft zufolge stach der 34-Jährige insgesamt 22 Mal "mit Tötungsabsicht" auf Kopf, Hals und andere Körperteile seines Gegners ein. Dabei sei die Spitze des Messers abgebrochen und im Schädel des Opfers steckengeblieben. Zu möglichen Hintergründen der Tat wurde zunächst nichts bekannt.

Wohnung war voller Blut

Eine Zeugin berichtete am ersten Verhandlungstag vom Lärm, den sie und die bei ihr übernachtende Lebensgefährtin des Opfers am Morgen des 24. Juni 2025 aus der Wohnung darüber gehört hatten. Als die beiden in die Dachgeschosswohnung kamen, sei dort alles voller Blut gewesen, berichtete die Zeugin. Die Lebensgefährtin habe noch versucht, den Angreifer von seinem Opfer wegzuziehen.

Sie selbst sei dann in ihre Wohnung einen Stock tiefer geeilt und habe die Polizei alarmiert, berichtete die Zeugin. Der Angreifer habe noch gesagt: "Pst, keine Polizei."

Für den Prozess sind bis Ende März fünf weitere Verhandlungstage eingeplant. Im Verlauf soll auch die Lebensgefährtin des Getöteten als Zeugin aussagen.

Quelle: dpa

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