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Hessen Erster Sieg unter Glasner weiter ersehnt

Cheftrainer Oliver Glasner nimmt am Training von Eintracht Frankfurt am Stadion teil. Foto: Arne Dedert/dpa/archivbild

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Özil-Tor, später Elfmeter, Videobeweis: Das Remis zwischen Eintracht und Fenerbahce bietet alles - außer den ersten Frankfurter Sieg in dieser Saison. Coach Glasner bleibt optimistisch, doch die nächste Bundesliga-Aufgabe ist besonders knifflig.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Als Oliver Glasner um kurz vor Mitternacht das Pressepodium in der Frankfurter WM-Arena betrat, war der Österreicher noch immer ordentlich geschafft. "Das war hart, auch für mich", sagte der 47-jährige Trainer, der beim in höchstem Maße turbulenten 1:1 seiner Eintracht gegen Fenerbahce Istanbul in einer Loge weilte, weil er von der Europäischen Fußball-Union UEFA für ein Vergehen beim VfL Wolfsburg gesperrt wurde.

Bevor Glasner am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) in der Bundesliga zu seinem ehemaligen Club zurückkehrt, sah er am Donnerstagabend in der Europa League echtes Spektakel: Deutschland-Rückkehrer Mesut Özil traf, die in Corona-Zeiten vermisste Europa-Stimmung war in der Mainmetropole zurück und alleine in der Schlussphase gab es so viele Wendungen, dass Glasners Nerven auf seinem Logenplatz arg strapaziert wurden.

"In der Nachspielzeit machst du gefühlsmäßig alles durch", sagte Glasner, der die wechselhaften Emotionen im Fußball schon vor dem Spiel mit "Hochzeit und Scheidung" in wenigen Minuten verglichen hatte. Diesmal ging das Auf und Ab so: Zunächst verschuldete Eintracht-Keeper Kevin Trapp in der Nachspielzeit einen Elfmeter. Dann hielt er diesen, bevor Mergim Berisha per Nachschuss zum vermeintlichen Siegtor traf, das kurze Zeit später der Videoreferee zurücknahm, weil Berisha zu früh in den Strafraum gelaufen war.

"Ich bin sehr erleichtert, dass ich den Elfmeter gehalten habe. Es freut mich, denn es wäre eine späte Niederlage gewesen", sagte Trapp. So blieb der Eintracht zwar ein weiterer Fehlstart nach Pokal-Aus (0:2 in Mannheim) und Liga-Sieglosigkeit erspart, doch auf den ersten Erfolg bei seinem neuen Club muss der erfolgsverwöhnte Glasner weiter warten.

Ex-Weltmeister Erik Durm erzählte: "Bei der Elfmeterszene habe ich mir zunächst gedacht, oh je, das passt so ein bisschen ins Bild." Ins Bild der bisher Glücklosen, meinte Durm, der nach Abpfiff locker mit seinem früheren DFB-Kollegen Özil plauderte. Zuvor hatte Sturmneuzugang Sam Lammers nach exzellentem Assist von Filip Kostic sein erstes Tor für die Eintracht erzielt.

Nun wartet ein in doppelter Hinsicht besonderes Spiel auf die Hessen: In Wolfsburg trifft Glasner nicht nur auf seinen Ex-Club, sondern auch auf den bisher makellosen Tabellenführer. "Die Mannschaft ist charakterstark und willensstark", lobte Glasner sein eigenes Team, er sieht aber auch "viel Arbeit". Gelingt beim VfL das fünfte Remis in Serie, wäre das wohl schon als Teilerfolg zu werten. Sportvorstand Markus Krösche monierte die fehlende Konsequenz und die einfachen Fehler. "Wir sind in einem Prozess und arbeiten daran", sagte er.

Einen dieser Patzer nutzte vor 25.000 Fans am Donnerstag Özil aus, der früh aus spitzem Winkel zum 1:0 traf. "Da war mehr möglich für uns, aber trotz allem ist es ein entscheidender Punkt", kommentierte der 32-Jährige, dem drei Jahre nach seinem spektakulären Rücktritt aus der Nationalmannschaft jede Menge Ablehnung entgegenschlug, in den Sozialen Medien. Die Fans pfiffen und buhten lautstark, warfen vereinzelt Bierbecher von den Rängen. Zum wenig herzlichen Empfang in dem Land, mit dem er 2014 Weltmeister wurde, schrieb Özil: nichts.

© dpa-infocom, dpa:210917-99-253529/3

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