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HessenErstes Rechenzentrum Gießens darf gebaut werden

28.08.2026, 11:15 Uhr
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(Foto: Christian Lademann/dpa)

Grünes Licht für das erste Rechenzentrum Gießens: Auf sechs Hektar kann das Projekt mitsamt einem neuen Gewerbegebiet in der Gießener Weststadt entstehen. Wie die Stadt profitieren will.

Gießen (dpa/lhe) - Der Weg für den Bau des ersten Gießener Rechenzentrums ist frei. Nach einer ausführlichen Diskussion stimmten die Stadtverordneten dem entsprechenden Bebauungsplan am Donnerstagabend mehrheitlich zu, wie eine Stadtsprecherin auf Anfrage mitteilte. Ein Antrag auf Verschiebung und Beratung in der kommenden Sitzungsrunde wurde dagegen abgelehnt. Das Projekt erhielt 38 Ja-Stimmen, 11 Stadtverordnete stimmten dagegen, 8 weitere enthielten sich. Zuvor hatten mehrere Medien über das Projekt berichtet.

Geplant ist das Rechenzentrum mit einer Größe von 6 Hektar auf einer Fläche von insgesamt 16,7 Hektar in der nördlichen Weststadt Gießens. Mit der Entscheidung stehe allerdings weder ein Startzeitpunkt für den Bau noch der spätere Betreiber des Rechenzentrums fest. Der Projektentwicklung wolle nun mit der Suche nach einem Betreiber beginnen, gebaut werden könnte erst ab kommendem Jahr.

Stadt setzt auf 900 neue Jobs und Gewerbesteuereinnahmen

Der Magistrat verbinde mit der Zustimmung zum Bau des Rechenzentrums auch die Hoffnung, dass sich Unternehmen aus dem IT-Bereich auf der Fläche ansiedeln, sagte die Sprecherin. Es werde damit gerechnet, dass in dem neuen Gewerbegebiet rund 900 Arbeitsplätze entstehen könnten, davon etwa 200 in dem Rechenzentrum. Auch steigende Gewerbesteuereinnahmen erhofft sich die Stadt. "Zusätzliche Belastungen der angrenzenden Wohnbebauung im Betrieb des Rechenzentrums werden nicht erwartet."

Das Rechenzentrum darf eine Anschlussleistung von bis zu 65 Megawatt haben. Medienberichten zufolge wäre der jährliche Stromverbrauch deutlich höher als der der gesamten Stadt Gießen. Durch die direkte Nachbarschaft zu einem großen Umspannwerk sieht die Stadt aber die Versorgungssicherheit nicht gefährdet.

Verpflichtend sei die Nutzung von 100 Prozent zertifiziertem und aus regenerativer Erzeugung gewonnenem Strom sowie die Verwendung eines geschlossenen, wassersparenden Kühlkreislaufs. Ein Teil der Abwärme des Rechenzentrums solle zudem verpflichtend in die Fernwärmeversorgung der Stadt eingespeist werden.

Quelle: dpa

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