HessenFast 100.000 Online-Anzeigen gegen Falschparker in Frankfurt

Mit dem Handy Falschparker dokumentieren und online melden: Das geht in Frankfurt seit Februar 2024. Wie funktioniert das und wie sieht die bisherige Bilanz aus?
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ob auf dem Radweg, dem Fußgängerweg oder dem Behindertenparkplatz: Falschparker sind ein Ärgernis - und können auch von Privatleuten angezeigt werden, in einigen hessischen Städten sogar online. Frankfurt führte die Möglichkeit vor zwei Jahren ein und zeigt sich mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden: Rund 96.200 private Online-Anzeigen sind seitdem eingegangen, wie das Ordnungsamt mitteilt.
Anzeigen kann man parkende und haltende Fahrzeuge, die sich nicht an die Regeln halten. Das Onlineportal führt Schritt für Schritt durch den Anzeigenprozess. Eingetragen werden muss unter anderem die Adresse des Anzeigenden und das Kfz-Kennzeichen des parkenden Autos. Auch ein aussagekräftiges Foto muss hochgeladen werden.
Vergangenes Jahr gingen bei der Stadt 49.500 Privatanzeigen online ein. Auch auf anderem Weg, etwa per heruntergeladenem Formular und Postversand, können Falschparker gemeldet werden. 7.280 solcher Anzeigen erreichten die Stadt Frankfurt 2025.
Zuvor Kritik an mangelnder Bearbeitung
Die Bearbeitungsquote betrage 100 Prozent, erklärt das Ordnungsamt. Das Onlineportal habe sich als gut funktionierend und praktikabel erwiesen. Es war auch auf Kritik hin eingerichtet worden, dass viele Privatanzeigen unbearbeitet liegen blieben. Gleichzeitig gab es eine bundesweite Debatte über Privatanzeigen und Vorwürfe von Denunziantentum.
Finanziell jedenfalls profitiert die Kommune, die die Möglichkeiten auch ausweiten will: Sie erzielte den Angaben zufolge vergangenes Jahr mit Hilfe der Privatanzeigen rund eine Million Euro Einnahmen. Im Herbst sollen weitere Tatbestände im Portal ergänzt werden.
Auch Offenbach und Bad Homburg betreiben Onlineportale zur Anzeige von Falschparkern. Das werde sehr gut angenommen, heißt es aus Offenbach. Nur wenige Anzeigen gingen auf anderem Wege ein. 2025 erreichten die Stadt online 18.438 Anzeigen - allerdings waren nur 6.082 verwertbar.
Hoher Bearbeitungsaufwand, geringe Verwertbarkeit
Die Verwertbarkeit betrage generell nur rund 30 Prozent, teilt eine Stadtsprecherin mit: "Verstöße sind häufig bereits von den Mitarbeitenden des Verkehrsdienstes erfasst worden oder es fehlen Angaben wie den Tatbestand nachweisende Bilder oder Angaben zum Ort, Zeit, Zeugen oder Kennzeichen." Der Aufwand sei hoch, da alle Angaben händisch überprüft werden müssten.
Mit einer Umstellung auf eine durchgängig elektronische Bearbeitung hat Bad Homburg Mitte 2025 die Bearbeitung beschleunigt, wie ein Sprecher der Taunus-Stadt mitteilt. Die Eingabe erfolge nun strukturierter, so dass qualitativ bessere Informationen übertragen würden. Das Verhältnis von Aufwand und Nutzen stimme nun.
Die Änderung werte man auch für die Bürgerinnen und Bürger als klare Verbesserung. Rund 2.000 private Online-Anzeigen zählte Bad Homburg 2025, davon seien 29 Prozent nicht verwertbar gewesen.