HessenGeldautomat gesprengt – Täter wohl in Amsterdam gesichtet

Ein Polizeihubschrauber kreist über Fürth – nach der Explosion eines Geldautomaten wird nach den Tätern gesucht. Nach einer Verfolgungsjagd auch außerhalb von Deutschland.
Fürth (dpa/lhe) - Unbekannte Täter haben in Fürth (Kreis Bergstraße) einen Geldautomaten einer Bankfiliale gesprengt. Alle Bewohner des betroffenen Wohn- und Geschäftshauses konnten unverletzt ins Freie gelangen, wie die Polizei mitteilte.
Die Tat habe sich gegen 4.30 Uhr ereignet. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hätten sich mindestens zwei Personen Zutritt zu der Filiale verschafft. Nach der Sprengung des Geldautomaten seien sie mit einem dunklen Auto geflüchtet. Eine direkt eingeleitete Fahndung - unter anderem mit einem Polizeihubschrauber - verlief bislang erfolglos, wie die Polizei mitteilte. Ersten Zeugenaussagen zufolge könnte es sich bei den Tatverdächtigen um zwei Männer im Alter von 25 und 30 Jahren handeln. Die Polizei bittet um weitere Hinweise.
Den Tätern sei es nicht gelungen, die Geldkassetten aus dem Automaten zu stehlen, teilte die Polizei Südhessen mit. An dem Gebäude entstand nach Angaben der Polizei jedoch ein erheblicher Schaden - unter anderem wurde eine Wasserleitung zerstört. Einsturzgefährdet sei das Haus jedoch nicht. Zur genauen Höhe des Sachschadens könnte die Polizei bislang keine Angaben machen. Die Vollsperrung der Straßen rund um den Tatort sei mittlerweile wieder aufgehoben.
Mutmaßliche Täter in Amsterdam verfolgt
Wie sich im Verlauf des Tages herausstellte, flohen die mutmaßlichen Täter wohl nach Amsterdam, wo ihr Auto nach einer Verfolgungsjagd durch die niederländische Polizei verunfallte. Die Insassen des Fahrzeugs seien anschließend geflohen, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur ANP. Es werde intensiv nach ihnen gefahndet, darunter mit einem Hubschrauber, Drohnen und Spürhunden. Um wie viele Tatverdächtige es sich handelt, wurde zunächst nicht bekannt.
Im Umkreis von 100 Metern um das Fluchtfahrzeug, das zuvor auch in Fürth verwendet wurde, wurden im Stadtviertel Amsterdam-West mehrere Wohnungen und ein Pflegeheim evakuiert, weil zunächst nicht klar war, ob sich noch Sprengstoff in dem Wagen befand. Niederländische Automatensprenger-Banden sind seit Jahren immer wieder in Deutschland aktiv. Bei der Verfolgung arbeiten die Polizeibehörden beider Länder zusammen.