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HessenZecken und Tigermücken – So schützen Sie sich in Hessen

03.03.2026, 11:38 Uhr
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Zecken und Tigermücken sind in Hessen auf dem Vormarsch. Warum ein Blick auf den Impfpass und der Check des eigenen Gartens jetzt besonders wichtig sind.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Sie sind klein, lästig, teils gefährlich und schon aktiv: In Hessen hat die Zeckensaison begonnen. Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) hat die Menschen deshalb dazu aufgerufen, ihren FSME-Impfstatus zu überprüfen. FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Diese Entzündung des Gehirns wird von Zecken übertragen. Wie wichtig Vorsorge ist, zeige die steigende Zahl der FSME-Risikogebiete in Deutschland, erläuterte Stolz.

In Hessen sind zehn Land- und Stadtkreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Dazu zählen die Städte Offenbach und Darmstadt sowie die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Fulda, Groß-Gerau, Main-Kinzig, Marburg-Biedenkopf, Odenwald und der Kreis Offenbach. Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 25 FSME-Fälle in Hessen registriert. Im Jahr 2024 waren es noch zehn Fälle gewesen. FSME kann auch außerhalb der Risikogebiete vorkommen.

Impfstatus vor Ausflügen in Risikogebiete prüfen

Das Risiko einer Ansteckung ist für Menschen besonders hoch, wenn sie häufig im Wald, auf Feldwegen oder an Flüssen unterwegs sind. Insbesondere vor Aufenthalten in Risikogebieten sollte der Impfstatus überprüft werden, rät das Gesundheitsministerium. Am besten spreche man seinen Hausarzt oder Kinderarzt an. Die Impfung muss regelmäßig aufgefrischt werden, um wirksam zu schützen.

Gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose ist zwar keine Impfung möglich, jedoch kann die bakterielle Infektion gut mit Antibiotika behandelt werden. Wer nach einem Zeckenstich innerhalb der folgenden Wochen eine Hautveränderung bemerkt oder grippeartige Symptome entwickelt, sollte umgehend eine Arztpraxis aufsuchen.

Mit langer Kleidung schützen

Zecken werden laut dem Ministerium bei Temperaturen ab circa sieben Grad aktiv. Sie halten sich besonders gerne im Unterholz, in Gebüschen sowie in hohen Gräsern und losem Laub auf.

Zum Schutz vor den kleinen Parasiten empfiehlt das Ministerium, Kleidung zu tragen, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt. Das Auftragen von Insektenmitteln auf der Haut biete zusätzlich zeitlich begrenzten Schutz. Nach einem Aufenthalt im Freien solle man den Körper absuchen, hieß es. Gefundene Zecken sollten rasch und ohne sie zu quetschen mit einer feinen Splitterpinzette oder einem speziellen Zeckenset entfernt werden, um so das Infektionsrisiko zu vermindern.

Risiko durch Asiatische Tigermücke steigt

Doch nicht nur Zecken stellen im Frühjahr und Sommer ein Risiko dar – auch die Asiatische Tigermücke kann für Menschen problematisch werden. Die schwarz-weiß gestreifte Stechmücke, die ursprünglich aus Südostasien stammt, sticht aggressiver als heimische Arten und kann verschiedene Viruserkrankungen wie Dengue- oder West-Nil-Fieber übertragen.

Zwar wurde eine entsprechende Übertragung laut dem Ministerium bislang in Deutschland noch nicht nachgewiesen. "Jedoch steigt das Risiko mit zunehmender Ausbreitung der Mücke, denn die Erreger werden regelmäßig von Reiserückkehrenden eingeschleppt", betonte es. Gleichzeitig erhöhten die klimawandelbedingten höheren Temperaturen das Risiko für Krankheitsübertragungen auf den Menschen.

Mögliche Brutplätze beseitigen

"In Hessen kann jede und jeder dazu beitragen, das Gesundheitsrisiko durch die Asiatische Tigermücke möglichst gering zu halten", erklärte Gesundheitsministerin Stolz. Um ihre weitere Verbreitung einzudämmen, sei es ratsam, schon jetzt das eigene Grundstück sorgfältig zu überprüfen und potenzielle Brutplätze zu beseitigen oder unzugänglich zu machen. "Auf diese Weise lässt sich das Schlüpfen der Larven am effektivsten verhindern."

Das Insekt komme mit den trockenen und heißen Sommertagen gut klar, erläuterte das Ministerium. Kleinste Wasseransammlungen, beispielsweise in einem weggeworfenen Joghurtbecher oder einer Getränkedose, seien für die Asiatische Tigermücke als Brutgewässer ausreichend, warnte es.

Quelle: dpa

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