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HessenWie "Regenbogen Buddies" queere Senioren begleiten

25.03.2026, 03:32 Uhr
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Jüngere "Regenbogen Buddies" unterstützen ältere queere Menschen in Frankfurt - und setzen ein Zeichen für Zusammenhalt zwischen den Generationen. Was steckt hinter dem Projekt?

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ehrenamtliche Helfer, sogenannte Regenbogen Buddies, sollen ältere queere Menschen in Frankfurt vor Einsamkeit und Ausgrenzung schützen. Die Buddies würden Zeit, ein offenes Ohr und gemeinsame Momente schenken – sei es bei Gesprächen, Spaziergängen oder kleinen Unternehmungen, sagt Roland Marzinowski von der Frankfurter Aidshilfe, der das Projekt koordiniert. Es gehe um ein "starkes Zeichen für Zusammenhalt zwischen den Generationen."

Derzeit gebe es zehn solcher Paarungen - sogenannte Tandems. "Wir wollen diese Menschen nicht alleine lasse und stellen ihnen Menschen an die Seite, die selbst queer sind", erklärt Marzinowski. Es gehe um einen Austausch auf Augenhöhe, von dem beide Seiten profitierten. "Die Senioren haben die Möglichkeit, sich über ihre früheren Lebensabschnitte auszutauschen - und vielleicht auch noch über ein Begehren, was es heute noch geben kann, was aber manchmal nicht mehr gelebt wird." Die Buddies bestimmten selbst, wie viel Zeit sie einbringen möchten.

Und was zeichnet die "Regenbogen Buddies" aus?

"Das sind alles sehr empathische und verantwortungsbewusste Menschen, die sich sehr für andere interessieren. Und auch für Lebensläufe und die Frage, wie schwule und lesbische Menschen früher gelebt haben." Auch für die Buddies gebe es interne Treffen, bei denen sie sich über ihre Tätigkeit austauschen könnten.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt bereits vor rund 20 Jahren - damals noch unter dem Namen Rosa Paten. "Die Idee war, vereinsamte, oftmals HIV-infizierte schwule Männer aus der Isolation zu holen", sagt Marzinowski. Mit den Regenbogen Buddies wolle man sich nun zeitgemäß aufstellen und die gesamte queere Community (LGBTQ+) einbeziehen.

Projekt vor 20 Jahren als "Rosa Paten" gegründet

"Einsamkeit ist natürlich ein ganz großes Thema in unserer Gesellschaft, und alte Menschen leiden oft unter Einsamkeit, weil sie etwa mobilitätseingeschränkt sind oder weil ihre Netzwerke immer weniger werden." Bei queeren Menschen - besonders in der älteren Generation - komme hinzu, dass diese oftmals keine Familie hätten oder alte familiäre Kontakte abgebrochen seien.

Denn manch Ältere seien noch in einer ganz anderen Gesellschaft aufgewachsen. So stellte der berüchtigte "Schwulenparagraf" 175 bis 1994 homosexuelle Kontakte unter Strafe. Aktuell werden noch Freiwillige gesucht, die sich als Regenbogen Buddies engagieren wollen.

Quelle: dpa

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