HessenHessen startet mit "großen Baustellen" in das neue Schuljahr

Hitze, Personalmangel und Digitalisierung: Die GEW sieht die hessischen Schulen im kommenden Schuljahr mit schweren Herausforderungen konfrontiert – nachteilig für Schüler, Eltern und Lehrer.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres warnen die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen, die Landesschülervertretung und der Landeselternbeirat vor erheblichen Belastungen für Schulen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern.
"Die großen Baustellen: Lehrkräftemangel, Arbeitsbelastung, fehlende Bildungsgerechtigkeit, auch die psychische Gesundheit", sagte der hessische GEW-Vorsitzende Thilo Hartmann bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Frankfurt. Zugleich kämen neue Herausforderungen hinzu, die zusätzliche Ressourcen erforderten und bestehende Mittel gefährdeten.
Landesschülervertretung fordert verbindlichen Hitzeschutz
Eine dieser Herausforderungen an hessischen Schulen sei der Hitzeschutz, sagte Landesschulsprecher Laurenz Spies. Bereits zum Ende des vergangenen Schuljahres habe Hessen mehrere Hitzetage erlebt. Angesichts der erwarteten Temperaturen in den kommenden Wochen werde deutlich, wie dringend wirksame Schutzmaßnahmen seien. Die bisherigen Regelungen würden nicht ausreichen. Klassenräume mit Temperaturen von über 30 Grad seien vielerorts keine Ausnahme mehr und beeinträchtigten Gesundheit und Lernleistung erheblich.
Hitzefrei dürfe lediglich eine "Notbremse" sein und nicht zum Regelfall werden, sagte Spies weiter. Stattdessen brauche es sanierte und verschattete Schulgebäude, Trinkwasserspender sowie verbindliche Regelungen für den Unterricht bei hohen Temperaturen.
"Digitale Kompetenzen sind keine freiwillige Zusatzqualifikation"
Kritik übte der Landeselternbeirat an den Plänen des Landes, das Fach "Digitale Welt" in den Ganztagsbereich zu verlagern. Dies sende ein "falsches Signal", sagte der stellvertretende Landeselternbeiratsvorsitzende Thomas Obeth. "Digitale Kompetenzen sind keine freiwilligen Zusatzqualifikationen, sondern eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, berufliche Orientierung und demokratische Urteilsfähigkeit."
Aus Sicht des Landeselternbeirats müsse digitale Bildung verbindlich im regulären Unterricht verankert werden. Zudem forderten die Elternvertreter landesweit einheitliche Standards für digitale Anwendungen an Schulen sowie eine stärkere Einbindung der Eltern.