HessenHessens Abitur beginnt – 23.700 Prüflinge am Start

Die Osterferien sind vorbei, an fast 300 Schulen wird um Abiturruhe gebeten. Auch die Abschlussprüfungen anderer Bildungsgänge beginnen bald. Was sagen der Kultusminister und eine Lehrergewerkschaft?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Es wird ernst: Für das Abitur als höchsten schulischen Bildungsabschluss beginnen heute in Hessen die schriftlichen Prüfungen. Sie dauern laut Kultusministerium bis zum 8. Mai. Dann folgen die mündlichen Prüfungen. In die Abiturprüfungen gehen in diesem Jahr landesweit rund 23.700 Schülerinnen und Schüler an insgesamt 293 Gymnasien, Schulen für Erwachsene und beruflichen Gymnasien.
Erstmals werden auch in den Fächern Chemie, Physik und Biologie Aufgaben aus dem bundesweiten Abitur-Aufgabenpool in das Landesabitur integriert – für eine zusätzliche größere Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Die Prüfungsaufgaben für Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch kommen ebenfalls aus dem Pool des bundesweit zuständigen Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen in Berlin.
Auch bald Abschlussprüfungen anderer Bildungsgänge
An den schriftlichen Prüfungen für das Fachabitur an den 93 Fachoberschulen in Hessen nehmen dem Kultusministerium zufolge vom 4. bis 8. Mai insgesamt rund 8.200 Schülerinnen und Schüler teil. Die Abschlussprüfungen an Haupt- und Realschulen sind vom 18. bis zum 22. Mai geplant - mit insgesamt etwa 34.000 Schülerinnen und Schüler an 470 Schulen.
Bildungsminister Armin Schwarz (CDU) wünschte in einer Mitteilung "viel Erfolg und Zuversicht in den Prüfungen und nicht zuletzt eine verdiente und erholsame Zeit danach". Das Land freue sich "auf das Engagement, das Wissen und die Ideen, die ihr aus eurer Schulzeit jetzt in unsere Gesellschaft einbringen könnt". Schwarz war selbst einst Lehrer gewesen. 1987 hatte er das Abitur laut seinem Ministerium mit einem Notenschnitt von 2,2 bestanden.
Bunte individuelle Motivation
Farbenfrohe kreative Plakate von Familien und Freunden an Schulfassaden und Zäunen sollen Hessens Prüflinge ganz individuell motivieren. Der bis in die Neunziger zurückreichende Brauch dieser Abiturbanner zeigt sich dem Kultusministerium zufolge seit einigen Jahren auch bei den Abschlussprüfungen der Haupt-, Real- und Fachoberschulen.
Auch die Bildungsgewerkschaft GEW in Hessen wünschte allen beteiligten Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern "eine erfolgreiche Prüfungsphase".
Zugleich forderte die GEW eigene "Korrekturtage" für die betroffenen Pädagogen. Gemäß einer eigenen Umfrage im vergangenen Jahr in Hessen hätten Lehrerinnen und Lehrer damals "während der dreiwöchigen Korrekturzeit der Abiturprüfungen mehr als 41 Stunden zusätzlich gearbeitet".
Gewerkschaft dringt auf "verbindliche Korrekturtage"
Anders als etwa in Niedersachsen gibt es laut der GEW in Hessen keine "verbindlichen Korrekturtage". Lehrer müssten jeweils eine Befreiung vom Unterricht für Abikorrekturen beantragen. Ob dies genehmigt werde "und wie viele Korrekturtage vereinbart werden, hängt von der Schulleitung ab", erklärte die Bildungsgewerkschaft.