Nordrhein-WestfalenGericht vertagt Verhandlung um Ausbau des Geißbockheims

Der Streit um den Ausbau des Trainingszentrums des 1. FC Köln beschäftigt erneut das Oberverwaltungsgericht. Einen für Donnerstag angesetzten Termin müssen die Richter kurzfristig absagen.
Münster (dpa/lnw) - Eine für Donnerstag am nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht in Münster angesetzte Verhandlung um den Ausbau des Trainingszentrums des 1. FC Köln fällt aus. Das teilte das Gericht am Vorabend mit. Grund sind neue von Naturschützern kurzfristig vorgetragene Argumente zum Artenschutzgutachten für den Bebauungsplan. Darin geht es laut einer Gerichtssprecherin um Tagfalter, Grashüpfer und Libellen. Betroffen seien streng geschützte Arten. Laut Gericht ist zu diesen Fragen jetzt weitere Aufklärung notwendig.
Der schwelende Streit um den Ausbau des Trainingszentrums des Fußball-Bundesligisten beschäftigt die Gerichte seit vielen Jahren. Das OVG hatte bereits im November 2022 ein Urteil verkündet. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte diese Entscheidung im April 2024 aufgehoben und den Streit zu einer weiteren Verhandlung und neuen Entscheidung zurück nach Münster verwiesen. Wann es nach der Absage jetzt weitergeht, ist laut OVG offen.
Umstritten ist der von der Stadt Köln im Jahr 2020 beschlossene Bebauungsplan mit dem Titel "RheinEnergieSportpark in Köln-Sülz". Der Verein will die bestehende Sportanlage rund um das im Stadtteil Sülz gelegene Geißbockheim erweitern. Als Ausgleich sollen im Grüngürtel der Stadt auf der sogenannten Gleueler Wiese vier Kleinspielfelder für die Öffentlichkeit entstehen. Naturschützer beklagen die Vollversiegelung und den Verlust für die Allgemeinheit der unter Denkmal- und Landschaftsschutz gestellten Grünfläche.
2022 Bebauungsplan gekippt
Das OVG hatte 2022 den Bebauungsplan deshalb gekippt. Der Verein ging daraufhin in Revision. Die Richter in Leipzig betonten in ihrer Entscheidung: "Die Versiegelung eines geringfügigen Teils dieser Gesamtfläche ist mit ihrem Charakter als Grünfläche vereinbar."