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HessenIndustriepaket für mehr Flächen, Fachkräfte und Forschung

27.04.2026, 14:09 Uhr
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Vom "Odenwald-Tempo" bis zur Laserfusion - Hessens Industrietrialog mit Land, Betrieben und Gewerkschaften präsentiert ein neues Programm. Welche Ziele sieht es in krisenreichen Zeiten vor?

Wiesbaden (dpa/lhe) - Inmitten der Wirtschaftsflaute hat das Land Hessen mit Unternehmen und Gewerkschaften in einem zweijährigen "Industrietrialog" Strategien zur Stärkung seiner produzierenden Betriebe erarbeitet. Hintergrund dieses neuen sogenannten Industriepakets der drei Partner ist der tendenzielle Rückgang des Industrieanteils an der Bruttowertschöpfung im Land in den vergangenen Jahren. Hohe Energie- und Rohstoffpreise, langsame Bürokratie und starke internationale Konkurrenz machen Hessens Industriebetrieben zu schaffen.

Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) betonte: "Hessen ist ein starkes Industrieland. Aber diese Stärke ist kein Selbstläufer." Sie lebe von den Beschäftigten, von engagierten Unternehmen und von einer Verantwortung übernehmenden Politik. Es gehe hier um die "die Stärke einer guten Zusammenarbeit".

Das Industriepaket setzt beispielsweise auf die Förderung der Ansiedlung von Unternehmen mit der beschleunigten Ausweisung neuer geeigneter Flächen. "Allein im Entwurf des neuen Regionalplans Südhessen sind rund 1.800 Hektar zusätzliche Industrie- und Gewerbeflächen vorgesehen", heißt es im Arbeitsprogramm des Industriepakets.

Was ist das "Odenwald-Tempo"?

Straßen-, Brücken- und Schienenbau sollen schneller werden. Das Papier verweist auf den gerade begonnenen Neubau der Zeller Brücke im südhessischen Bad König - mit beschleunigten Planungen und vereinfachten Verfahren soll sie bereits im Juni 2027 für den Verkehr freigegeben werden. "Odenwald-Tempo" wird ein derartiges Vorhaben genannt.

Besonders für Auszubildende soll mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, damit die duale Ausbildung attraktiver wird. Hessens sogenannte Baupakete I und II sollen auch wohnungssuchenden Fachkräften helfen.

Die digitale Infrastruktur im Land soll strategisch und beschleunigt ausgebaut werden. In dem Papier heißt es etwa mit Blick auf den Raum Frankfurt: "Wir werden den weiteren Zubau von Rechenzentren aktiv unterstützen."

"Autonomes Fahren und Fliegen"

In Nordhessen soll der Innovationshub Mobility & Defense entstehen, der zivile mit militärischen Anwendungen verbindet, mit Forschung, Erprobung und Ausbildung. Hier geht es laut dem Arbeitsprogramm unter anderem um "Drohnen sowie autonomes Fahren und Fliegen".

Am ehemaligen Atomkraftwerksstandort im südhessischen Biblis soll ein Forschungscampus für lasergetriebene Kernfusion entstehen. Dabei werden Atomkerne mit Hilfe hochenergetischer Laser bei extremen Temperaturen verschmolzen, um Energie zu erzeugen. Der Fusionscampus soll dem Papier des Industrietrialogs zufolge auch ermöglichen, "internationale Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette gezielt an den Standort zu bringen".

Quelle: dpa

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